Wenn selbst Freundschaften ruhen

Kaiserslautern · Es geht für den FCK um viel, wenn die Mannschaft am Samstag (13 Uhr) in der 2. Fußball-Bundesliga Union Berlin empfängt. Mit einem Sieg würde Kaiserslautern auf Platz zwei vorrücken – zumindest bis Montag.

Markus Karl, immerhin seit knapp einem Jahr in Diensten des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern, macht erst gar keinen Hehl aus den Sympathien für seinen Ex-Verein: "Union ist ein geiler Verein. Es war eine ganz wichtige Station für mich und hat mich als Fußballer extrem weitergebracht. Ich kann jedem Fußballer nur empfehlen, zu Union zu gehen."

"Einmal Unioner, immer Unioner" sagen sie in Berlin ein wenig pathetisch dazu. Karl widerspricht nicht, sind die Kontakte nach Berlin doch nie abgerissen, auch nicht zu Unions Kapitän Torsten Mattuschka: "Wir telefonieren regelmäßig." Nur nicht jetzt, vor dem für beide Vereine richtungweisenden Duell am Samstag um 13 Uhr. "Man soll sich vor den Spielen nicht zu nahe sein. Wenn er einem vor die Flinte kommt, muss man ihn halt wegflexen", sagt Karl. Es geht schlicht um zu viel in diesem Spiel zwischen Kaiserslautern auf dem Relegationsrang und Union Berlin, dem punktgleichen Verfolger. "Union ist längst kein Geheimtipp mehr. Sie stehen zu Recht dort, wo sie im Moment stehen", sagt FCK-Trainer Kosta Runjaic. Er betont aber auch: "Uns gefällt es sehr gut auf dem Platz, auf dem wir stehen. Wir haben auch hart dafür gearbeitet." Zu hart, um Union einfach vorbeiziehen zu lassen.

Verzichten muss Runjaic allerdings weiterhin auf den verletzten Kapitän Marc Torrejón (Muskelfaserriss) und auf den Gelb-gesperrten Marcel Gaus. Für Torrejón wird wohl erneut Willi Orban in die Innenverteidigung rücken. Gaus wird aller Wahrscheinlichkeit nach vom achtfachen Torschützen Simon Zoller vertreten, der bereits gegen St. Pauli immer wieder auf den Flügel ausgewichen war.

Mit einem Sieg würde der FCK nicht nur die Serie von Trainer Runjaic - unter ihm ist die Mannschaft noch ungeschlagen - fortsetzen, sondern auch bis Montag an der SpVgg Greuther Fürth vorbeiziehen. Und sollte auch noch der 1. FC Köln, der zeitgleich beim FC Ingolstadt spielt, verlieren, wäre sogar die Tabellenführung möglich. Zum ersten Mal in dieser Saison. Und so viel Respekt für die Berliner bei Karl und Runjaic auch anklingen mag, so stellt Runjaic doch klar: "Wir wollen nicht dort sein, wo sie sind, sondern ein oder zwei Stufen höher auf dem Treppchen." Freundschaften hin oder her.