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Wenn Fußball zugleich Sozialarbeit ist

Wenn Fußball zugleich Sozialarbeit ist

Neunkirchen/Michelbach. Fußball ist mehr als ein 1:0 - darunter versteht die Jugendabteilung des Landesligisten FC Schmelz mit Jugendleiter Peter Schwarz an der Spitze derzeit die Hilfe für Bruder Helmut Lösch, 72, aus Michelbach, der für "seine Fußballer" in Chikungu im afrikanischen Sambia um Spenden wie nicht mehr benötigte Trikots und noch spielbare Fußbälle bittet

Neunkirchen/Michelbach. Fußball ist mehr als ein 1:0 - darunter versteht die Jugendabteilung des Landesligisten FC Schmelz mit Jugendleiter Peter Schwarz an der Spitze derzeit die Hilfe für Bruder Helmut Lösch, 72, aus Michelbach, der für "seine Fußballer" in Chikungu im afrikanischen Sambia um Spenden wie nicht mehr benötigte Trikots und noch spielbare Fußbälle bittet."Die Sommerpause kann sicherlich auch genutzt werden zu einem Frühjahrsputz in den Kleiderkammern unserer Fußball-Vereine", sagt Peter Schwarz. Der Jugendleiter hofft, dass die Vereine nicht mehr benötigte, dennoch komplette Trikotsätze (mindestens zehn gleiche Hemden plus Torwarttrikot, ab Größe M), egal ob mit oder ohne Vereinsnamen und Nummern auf dem Rücken, für die Hilfsaktion zur Verfügung stellen. "Es ist uns eine Herzensangelegenheit, Bruder Lösch zu helfen", betont Schwarz und hofft auf eine rege Mithilfe der saarländischen Fußball-Vereine. Seine Jugendabteilung übernimmt die logistische Abwicklung und fungiert als Bindeglied zwischen den Vereinen und dem Missionar. Auch der Saarländische Fußball-Verband (SFV) unterstützt die Sammelaktion. Die Kreisjugendleiter und Jugendgruppenleiter haben sich bereit erklärt, alle gespendeten Trikots bis Ende August einzusammeln.

Helmut Lösch war bis 2009 nahezu 40 Jahre als Bruder der Weißen Väter in Chikungu in Sambia tätig. "Ich habe dort 1984 eine Fußball-Liga mit 16 Vereinen gegründet. Heute spielen rund 240 Mannschaften, alles reine Dorfmannschaften", erzählt Lösch. Damit habe man den Jugendlichen und jungen Männern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten können. Nachweislich seien die Kriminalität und der Alkohol-Missbrauch zurückgegangen, aber auch die Aids-Rate konnte gesenkt werden.

Mittlerweile organisieren sich diese Mannschaften selbst und spielen Meisterschaftsrunden aus. Aber es fehlt in der Region, die etwa halb so groß wie das Saarland ist, an allem. Fußballschuhe haben lange nicht alle Spieler, wobei viele lieber barfuß spielen, ohne Schienbeinschützer und Stutzen.

"Die Menschen in dieser bettelarmen Region hängen mir immer noch sehr am Herzen. Deswegen versuche ich nun, für Ende des Jahres einen Hilfstransport in meine ehemalige Wirkungsstätte zu organisieren", sagt Bruder Lösch. Und dabei hofft er auf die Unterstützung der saarländischen Fußball-Familie. eb

Wer sich an der Aktion beteiligen und Trikots spenden möchte, kann sich melden bei Peter Schwarz, Robert-Koch-Straße 117, 66 839 Schmelz, Telefon (0 68 87) 8 73 53, E-Mail an: schwarz-schmelz@web.de