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„Wenn du so weiter spielst, steigst du ganz schnell ab“

„Wenn du so weiter spielst, steigst du ganz schnell ab“

Nach der bitteren 1:4-Heimniederlage gegen den TSV Steinbach ziert der FC Homburg weiter das Tabellenende der Fußball-Regionalliga Südwest. Die kritischen Stimmen in Richtung von Trainer Jens Kiefer mehren sich.

Vier Gegentore zuhause, zwei Platzverweise (Jan Eichmann, Marco Gaiser) und der Absturz auf den letzten Tabellenplatz - mit dem 1:4 gegen den TSV Steinbach am vergangenen Freitag hat der FC Homburg einen Tiefpunkt erreicht. Ob das Potenzial des Kaders tatsächlich größer ist als in der vergangenen Saison, wie die Verantwortlichen unisono erklären, sei dahingestellt. Doch die Zahlen belegen, dass die Mannschaft auf dem jüngst gezeigten Leistungsniveau nicht konkurrenzfähig ist.

FCH-Trainer Jens Kiefer sagt: "Es reicht eben nicht. Wenn du in der Defensive solch eklatante Fehler machst und nach vorne nicht die Durchschlagskraft hast, dann ist das zu wenig. Dann sind wir zu Recht dort, wo wir sind." Offensivmann Timo Cecen spricht offen aus, was mittlerweile viele Anhänger des FCH befürchten: "Wir müssen jetzt Punkte holen, sonst kann das ganz schnell gehen. Wenn du so weiterspielst, steigst du ganz schnell ab. Wir müssen schleunigst etwas ändern."

Das Pfeifkonzert nach dem Abpfiff war immens. Und auch die "Kiefer raus"-Rufe waren nicht mehr nur aus dem Fanblock zu hören. Dass sich häufig "eine laute Minderheit stärker bemerkbar macht als eine schweigende Mehrheit", wie Vorstandschef Herbert Eder vor dem Steinbach-Spiel gesagt hatte, ist sicher richtig. Doch bei einer Kulisse von offiziell 611 Zuschauern am Freitagabend ist das Gegenargument der Kritiker, dass viele Fans "mit den Füßen abstimmen" und aus Protest einfach zu Hause bleiben, auch nicht aus der Luft gegriffen. Kai Hesse appelliert an die Fans: "Die Phase ist schwer, in der wir uns befinden. Wir brauchen jede Unterstützung, auch von außen. Jeder ist sich der Lage bewusst, dass das keine Sache von drei oder vier Spielen ist, um da unten wieder rauszukommen. Das wird viel Kraft und Energie kosten."

Viel Zeit bleibt Kiefer wohl nicht mehr, um den Negativlauf zu stoppen. Herbert Eder stellt zwar kein konkretes Ultimatum. Doch auch der Vorstandschef kennt die vielzitierten "Mechanismen des Geschäfts", die bei anhaltender Erfolglosigkeit zu einer Entlassung des Trainers führen. "Uns ist allen klar, dass ein ,Weiter so' die Krise nicht beenden wird. Mit jeder Niederlage haut es dir die Beine ein bisschen mehr weg. Und es ist klar, dass wir nicht bis zum 25. Spieltag warten können", sagt Eder. Mit anderen Worten: Verliert der FCH auch beim KSV Hessen Kassel am kommenden Mittwoch (Anstoß 19 Uhr), dann wird das Eis für Kiefer dünn.