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Wenn die Abwehrarbeit nachlässt

Wenn die Abwehrarbeit nachlässt

„Wir müssen zur Halbzeit höher führen“, sagte Danijel Grgic. Seine Saarlouiser lagen gegen den Tabellenzweiten Erlangen überraschend mit 13:12 in Front. Dann schwanden die Kräfte beim Drittletzten, der mit 21:29 verlor.

Früh waren die knapp 1500 Zuschauer in der Saarlouiser Stadtgartenhalle am Samstagabend elektrisiert. Und das, obwohl die HG Saarlouis beim Zweitliga-Handballspiel dem HC Erlangen letztlich mit 21:29 (13:12) unterlag.

Nach gut drei Minuten lag Saarlouis mit 0:3 in Rückstand. Es zeichnete sich das ab, womit man als Abstiegskandidat gegen einen Aufstiegsfavoriten rechnen muss: eine Klatsche. Als Saarlouis die Gäste in den folgenden sieben Minuten mit einem Sturmlauf überraschte, den Spielstand zu einer 4:3-Führung drehte und HC-Trainer Frank Bergemann zur ersten Auszeit zwang, sah das schon anders aus. Nach 14 Minuten stand es gar 7:4 für Saarlouis - nicht wenige rieben sich verdutzt die Augen. Nur mit Pech betrug der Vorsprung zur Pause nur noch ein Tor (13:12). Unter anderem zählte ein direkt verwandelter Freiwurf von Bartosz Janiszewski nicht, weil die Schiedsrichter das Halbzeitsignal vor Janiszewskis Wurf vernahmen - das Gros der Zuschauer sah das anders.

"Wir müssen zur Halbzeit höher führen. Das haben wir nicht hingekriegt", sagte HG-Kapitän Danijel Grgic. Er meinte damit nicht die Entscheidung der Unparteiischen: "Wir hätten einfach das machen müssen, was wir vorher gesagt haben. Zum Beispiel geduldig spielen und über den Kreisläufer."

Saarlouis musste auf Nikolaos Riganas verzichten, der sich beim Krafttraining eine Muskelverletzung in der Schulter zuzog. "Mit Merten Krings in der ersten und Lars Weissgerber in der zweiten Halbzeit haben wir im rechten Rückraum auch so Torgefahr ausgestrahlt", sagte Grgic zum Ausfall von Riganas: "Aber wir haben in der zweiten Hälfte einfach in der Abwehrarbeit nachgelassen. Je länger das Spiel gedauert hat, desto kompakter stand Erlangen in der Abwehr. Deshalb hat Erlangen verdient gewonnen und steht oben in der Tabelle - und wir unten."

In der 42. Minute gelang Weissgerber beim 17:17 der letzte Ausgleich. In der Folge setzte sich Erlangen auf 21:17 ab. Spätestens jetzt sah man die Kräfte der Gastgeber schwinden. "Bis dahin haben wir gut mitgehalten, aber danach eben in der Abwehr nachgelassen", bestätigte HG-Trainer Goran Suton die Einschätzung seines Kapitäns: "Zum einen, weil unser Abwehrchef Ognjen Backovic die ganze Woche krank im Bett lag und heute trotzdem gespielt hat. Zum anderen haben wir uns mit der Abwehr von Erlangen schwer getan, die immerhin die beste der Liga ist."