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Leichtathletik-DM in Erfurt: Wenn aus Talenten Stars werden

Leichtathletik-DM in Erfurt : Wenn aus Talenten Stars werden

Die deutsche Leichtathletik erlebt dank aufstrebender Athleten einen Aufschwung.

Im Jahr eins nach Olympia ist die Jagd der deutschen Leichtathleten nach den Normen für die Weltmeisterschaft in London in zahlreichen Disziplinen offen. Bei den Männern gibt es in neun und bei den Frauen in sechs Einzeldisziplinen noch keine A-Normerfüller. Die WM-Richtwerte erreichten bisher erst 19 Männer und 29 Frauen. Darunter ist Speerwerfer Thomas Röhler, der mit seinem Olympiasieg und dem deutschen Rekordwurf im Mai auf 93,90 Meter die Berliner Brüder Harting in den Schatten stellte. In Erfurt wird mit ihm auf Plakaten für die Titelkämpfe geworben.

„Man kommt ja kaum zum Durchschnaufen“, meinte der 25-jährige aus Jena angesichts der vielen Wettkämpfe in den vergangenen Wochen. Röhler will seine seit 2012 anhaltende nationale Siegesserie fortsetzen. Mehr im Blickpunkt steht jedoch, wer die beiden weiteren WM-Startplätze ergattern kann: Mit dem ehemaligen Saarbrücker Johannes Vetter (jetzt Offenburg, Bestleistung: 89,68 Meter), Andreas Hofmann (Mannheim, 88,79 Meter) und Lars Hamann (Desden, 86,71 Meter) gibt es drei starke Bewerber. „Es gibt nur wenige Länder, die so eine Bandbreite von Topathleten in so vielen Disziplinen haben“, sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). „Diese Vielfalt ist momentan das besondere Merkmal der deutschen Leichtathletik.“

Für den Umbruch im DLV-Team stehen junge Athleten wie Konstanze Klosterhalfen (20). Sie hat über 800, 1500 und 5000 Meter die WM-Norm geknackt und nutzt Erfurt nur als Durchgangsstation – zur U23-EM in Bydgoszcz/Polen in der kommenden und zur WM in London. „Langfristig kann sie die Weltklasseläuferinnen aus Afrika angreifen“, schwärmte der sonst zurückhaltende DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska von dem Lauftalent. „Sie wird uns Freude machen. Ob schon in London, werden wir sehen.“

Überhaupt stimmt der Mix im Team zwischen jung und alt. Neben Klosterhalfen gehören Max Heß (Dreisprung), Gina Lückenkemper (Sprint) oder Jackie Baumann (400 Meter Hürden) zur Garde der jungen Aufsteiger. „Gerade der Titelgewinn bei der Team-EM in Lille hat gezeigt, dass wir eine sehr starke Mannschaft mit einer Menge junger Athleten mit Potenzial nach oben zur Verfügung haben“, meinte DLV-Präsident Prokop.