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Biathlon: Weltcup ist für Laura Dahlmeier nur Zugabe

Biathlon : Weltcup ist für Laura Dahlmeier nur Zugabe

Deutschland will bei den Olympischen Spielen Biathlon-Nation Nummer eins werden. Die Vorzeichen stimmen optimistisch.

Laura Dahlmeier und Simon Schempp als goldene Speerspitze, dazu noch ein halbes Dutzend weiterer Medaillenkandidaten: Die Vorzeichen für einen märchenhaften Olympia-Winter stehen für Deutschlands Biathlon-Asse so gut wie noch nie. Sieben Titelgewinne bei der Weltmeisterschaft und unzählige Weltcup-Erfolge aus der zurückliegenden Traumsaison sind auf dem Weg zu den Spielen in Pyeongchang (Südkorea) mehr Antrieb als Last – zumindest für die Königin der Skijäger.

„Warum soll es nicht wieder klappen? Der vergangene Winter hat doch gezeigt, dass der Weg stimmt“, sagt Laura Dahlmeier, die bei den Titelkämpfen in Hochfilzen (Österreich) Anfang des Jahres alleine fünf Goldmedaillen gewonnen hatte. Für die Winterspiele liest sich ihr Wunschzettel trotzdem bescheiden. „Eine goldene“ soll es für die 24-Jährige sein, „am liebsten in einem Einzelwettbewerb.“

Auf Teufel komm raus wird sich Laura Dahlmeier diese allerdings nicht erkämpfen. Biathlon, sagte sie, sei zwar „aktuell das Wichtigste in meinem Leben“ und die Lust auf Erfolge weiterhin ungebrochen. „Wenn aber eine akute Gefahr für Leib und Leben von uns Sportlern besteht, werde ich sicher nicht mit aller Macht nach Pyeongchang fahren“, stellt Dahlmeier in der Sport-Bild mit Blick auf die Korea-Krise klar.

Laura Dahlmeier muss also einen Spagat schaffen. Denn eigentlich würde sie für die Erfüllung des großen Traums vom olympischen Edelmetall auch schwächere Leistungen im Weltcup in Kauf nehmen. „Die Rennen in Südkorea werden die wichtigsten sein, alles andere ist nur Zugabe“, sagt Dahlmeier. Am Sonntag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport), wenn mit den Mixed-Staffeln im schwedischen Östersund die Saison eingeläutet wird, dürfte sie vermutlich wie alle anderen deutschen Athleten daher noch weit von der Höchstform entfernt sein.

Ein Grund dafür ist die Erkältung, die Dahlmeier in den vergangenen Tagen außer Gefecht gesetzt hatte und den geplanten Start noch wackeln lässt. Ein anderer sind eben jene 76 Tage, die dann noch zwischen dem Weltcup-Auftakt in Östersund und dem ersten olympischen Rennen liegen.

Die Resultate in Pyeongchang besitzen auch für den Deutschen Skiverband (DSV) größte Priorität. „Wir möchten die Biathlon-Nation Nummer eins sein“, sagt Björn Weisheit, Sportlicher Leiter Biathlon im DSV, selbstbewusst. „Wir peilen drei Medaillen in den Teamwettbewerben und zwei in den Einzelwettkämpfen an. Das ist mit dem DOSB abgesprochen.“ Sollte sich dieses durchaus ambitionierte Ziel erfüllen, wäre das nach den erschütternden Winterspielen vor knapp vier Jahren in Sotschi eine unheimliche Genugtuung.

Größte Waffe im Team der Deutschen ist neben Laura Dahlmeier zweifelsohne Simon Schempp, dessen erste Einzelmedaille offenbar nur als Appetitmacher diente. „Ich bin noch immer so ehrgeizig und erfolgshungrig wie zuvor. Ich habe mich bestimmt nicht zurückgelehnt“, sagt der Massenstart-Weltmeister von Hochfilzen.

Schempp weiß allerdings, dass für den Medaillencoup „viel zusammenpassen und ich das perfekte Rennen abliefern muss.“ Und dass für Gold der französische Dominator Martin Fourcade schwächeln muss. Die größte Chance auf einen Erfolg in Südkorea sieht Simon Schempp daher im Team.

Gemeinsam mit Sprint-Champion Doll und den ehemaligen Weltmeistern Arnd Peiffer und Erik Lesser bildet Simon Schempp neben Norwegen wohl das Team mit der größten Leistungsdichte - ein klarer Vorteil. „Wenn man im Training starke Partner hat“, sagt Schempp, „ist es leichter, ganz nach vorne zu kommen.“ Und nichts anderes ist in diesem Winter das Ziel.