Weltcup-Bronze: Boll schickt Olympia-Kampfansage

Düsseldorf · Timo Boll hat beim Tischtennis-Weltcup in Düsseldorf als bester deutscher Spieler den dritten Platz belegt. Der Rekord-Europameister setzte sich gestern im kleinen Finale mit 4:2 gegen den Japaner Jun Mizutani durch.

Altmeister Timo Boll hat bei seinem Weltcup-Heimspiel in Düsseldorf eine Kampfansage an die Tischtennis-Weltelite aus China und seinen deutschen Rivalen Dimitrij Ovtcharov geschickt. Mit seinem dritten Platz beim drittwichtigsten Turnier der Welt unterstrich der 33 Jahre alte EM-Rekordsieger durch die Beendigung seiner "schwarzen Serie" gegen Europameister Ovtcharov im Viertelfinale (4:0) und dem famosen Halbfinal-Auftritt gegen Chinas Weltmeister Zhang Jike (3:4) seine Ansprüche für die Olympischen Spiele in zwei Jahren in Rio de Janeiro.

"Platz drei ist nach so vielen Jahren und auch in meinem Alter eine tolle Sache. Sicher hätte ich auch gerne das Endspiel gespielt, aber Zhang hatte immer auf alles eine Antwort. Ich bewundere ihn dafür seit langem, er ist für mich der Beste der Welt. Ich habe aber auch gesehen, dass ich mithalten kann", sagte Boll nach seinem 4:2 im "kleinen Finale" gegen den Japaner Jun Mizutani mit Blick auf die verpasste Krönung seiner Aufholjagd gegen Zhang nach einem 1:3-Satzrückstand. Im chinesischen Final-Duell standen sich gestern Zhang und der Weltranglisten-Dritte Ma Long gegenüber, das Zhang 4:3 gewann.

Sein achtes Weltcup-Halbfinale hatte Boll durch einen auch in der Höhe unerwarteten 4:0-Erfolg gegen seinen nationalen Widersacher Ovtcharov erreicht. Bolls erster Sieg gegen den sieben Jahre jüngeren Weltranglisten-Fünften und Olympia-Dritten nach zuvor fünf Pleiten seit Herbst 2012 in Serie belebt den Konkurrenz-Kampf der beiden deutschen Top-10-Asse noch einmal. "Auch wenn mir sein System nicht so gut liegt, habe ich in Spielen gegen ,Dima' immer eine Chance. Ich bin froh, dass es nach zwei Jahren wieder einmal auch gereicht hat", sagte Boll zu seinem Überraschungssieg. Der Vorjahres-Dritte Ovtcharov, dem schon zu Beginn des 150 000-Dollar-Turniers bei seinem 4:3-Zittersieg im Achtelfinale gegen den Inder Sharath Kamal Achanta die Souveränität gefehlt hatte, haderte nach der "Klatsche" gegen seinen Freund mit seinem Auftritt: "Ich bin nie in meinen Rhythmus gekommen."