Weinzierl appelliert an das „feine Gespür“

Weinzierl appelliert an das „feine Gespür“

Markus Weinzierl wird an diesem Samstag erstmals als Trainer von Schalke 04 nach Augsburg zurückkehren. Es wird ein kompliziertes Wiedersehen, denn sein Abschied verlief alles andere als geräuschlos.

Auf einen warmen Empfang darf sich Markus Weinzierl nicht einstellen. "Es wird von uns keine Blumen und auch keine offizielle Verabschiedung geben", sagte Manager Stefan Reuter vom FC Augsburg . Nach dem alles andere als geräuschlosen Abschied im Sommer kehrt Trainer Weinzierl mit Fußball-Bundesligist Schalke 04 an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) erstmals zu seinem früheren Arbeitgeber zurück. "Ich werde ihm die Hand reichen, das gehört sich so. Wir haben gigantische Dinge erlebt. Doch der Abgang war wirklich enttäuschend", sagte Reuter.

Nach vier erfolgreichen Jahren in Augsburg, in denen Weinzierl den Verein unter anderem in die Europa League geführt hatte, kühlte das Verhältnis im Frühjahr zunehmend ab. Im April 2015 hatte Weinzierl den Vertrag bis 2019 verlängert. Der Club wollte auf Kontinuität setzen, doch der 41-Jährige überlegte es sich anders. Er folgte dem Lockruf aus Gelsenkirchen .

Noch bevor der Wechsel offiziell perfekt war, sprach Weinzierl öffentlich über seine Zukunft auf Schalke - kein allzu guter Stil, wie manch einer in Augsburg empfand. Weinzierl selbst macht sich keine Vorwürfe. Er habe seine Absichten intern "offen und ehrlich kommuniziert". Zumindest von den Fans erwartet Weinzierl keine negativen Reaktionen: "Ich hatte nicht die Möglichkeit, mich zu verabschieden, aber generell glaube ich, dass die Augsburger Fans ein feines Gespür haben."

Aus sportlicher Sicht ist die Begegnung für beide Seiten richtungweisend. Nach dem Fehlstart mit fünf Niederlagen in Folge gelang den Schalkern zuletzt in der Bundesliga zwar ein Befreiungsschlag gegen Mönchengladbach (4:0), einen erneuten Ausrutscher können sie sich aber nicht leisten. Dirk Schuster, Weinzierls Nachfolger beim FC Augsburg , muss nach zuletzt nur einem Sieg aus vier Spielen die Trendwende einleiten - sonst droht dem Tabellenzwölften der Absturz in den Tabellenkeller.