Webber hat die Nase vorn

Yeongam. Die Strecke hat gehalten, aber Sebastian Vettel wurde von einem Plattfuß am Red Bull ausgebremst: Nach einem "Crashkurs im Rutschen und Driften" landete der Heppenheimer beim Training zur Formel-1-Premiere in Südkorea nur auf dem siebten Rang

Yeongam. Die Strecke hat gehalten, aber Sebastian Vettel wurde von einem Plattfuß am Red Bull ausgebremst: Nach einem "Crashkurs im Rutschen und Driften" landete der Heppenheimer beim Training zur Formel-1-Premiere in Südkorea nur auf dem siebten Rang. "Es kam ziemlich plötzlich, der Reifen war aufgeschlitzt, da konnte man nichts mehr machen", meinte Vettel, der vor weitgehend leeren Zuschauerrängen der Langsamste der fünf Titelrivalen war.

Bei seiner besten Rundenzeit für die 5,621 Kilometer lange Strecke fehlten dem 23-Jährigen 1,262 Sekunden auf seinen Teamrivalen, Tages- und WM-Spitzenreiter Mark Webber. Von einer Liebeserklärung an die Strecke wie nach seinem Sieg in Japan ist Vettel vorerst weit entfernt: "Der erste Teil der Strecke gefällt mir gar nicht, hinten raus ist es ganz gut", sagte er.

Seine weiteren drei Rivalen um den Titel waren auch schneller als er. Der WM-Zweite Fernando Alonso schaffte es im Ferrari im Training auf Rang zwei und gab sich anschließend optimistisch. Die Situation sei anders als zuletzt in Japan, als die Red Bulls die Favoriten waren. "Hier können wir und McLaren etwas machen", meinte der Spanier.

Auch das McLaren-Duo Lewis Hamilton und Jenson Button nährte seine Hoffnungen, im WM-Rennen weiter mitzumischen: Hamilton wurde Dritter, Button hinter dem Polen Robert Kubica im Renault Fünfter. "Es wird schwer, aber wir werden alles dransetzen. Es ist noch nicht vorbei, wir haben noch drei Rennen. Den Titel zu gewinnen, ist nicht unmöglich", kündigte Hamilton an. Der Weltmeister von 2008 ist WM-Vierter mit 28 Punkten Rückstand auf Webber (220). Titelverteidiger Button hat als WM-Fünfter 31 Zähler weniger als Webber. Alonso (Zweiter) und Vettel (Dritter) fehlen jeweils 14 Punkte zu Webber.

Von seinem Teamkollegen bekam der 34-jährige Australier dann auch einen "ruhigen Nachmittag" attestiert. Der 154-malige Grand-Prix- Starter selbst ließ sich auch nicht aus dem Konzept bringen, als er kurz von der Strecke abkam. Gleich in der nächsten Runde erzielte er die Tagesbestzeit.

Für Vettels deutsche Kollegen lief es ebenfalls eher durchwachsen, wobei die Zeiten beim Training, das vor allem der Abstimmung des Rennwagens dient, diesmal mit noch größerer Vorsicht zu genießen sind als sonst. Nico Rosberg belegte im Mercedes Rang neun, Nick Heidfeld schob sich im Sauber als Elfter noch vor Rekordweltmeister Michael Schumacher im zweiten Silberpfeil. "Natürlich braucht ein neuer Kurs mit frischem Asphalt erst noch Grip, aber das hat sich im Tagesverlauf schon drastisch verbessert", betonte Schumacher und freute sich über das Kurs-Layout. Adrian Sutil kam nicht über den 15. Platz hinaus. Nico Hülkenberg, dessen Zukunft bei Williams offen ist, wurde 16., Timo Glock im Virgin 21.

Zu Beginn des Trainingstages auf dem Kurs, der erst zehn Tage zuvor durch den Internationalen Automobilverband das nötige Grüne Licht erhalten hatte, machte den Fahrern die geringe Haftung Probleme. "Wir hatten erwartet, dass das Grip-Niveau sehr niedrig sein würde, aber es war noch niedriger", meinte Nick Heidfeld. Schmutz auf dem Asphalt erschwerte das Fahren. Wer von der Strecke abkam, wirbelte zudem immer wieder neuen Staub auf. Sebastian Vettel wollte seine Freude über die abenteuerliche Erfahrung nicht verhehlen: "Es hat Spaß gemacht." Weit weniger begeistert ist er vom ersten Sektor mit drei Geraden. "Wir wissen, dass wir auf der Geraden nicht das schnellste Auto haben", stellte Vettel fest, "ich denke es wird auch hier wieder eng". dpa

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