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Warum die Royals ihrer Form hinterherhinken

Warum die Royals ihrer Form hinterherhinken

Saarlouis. Ihr Markenzeichen: schneller, ermüdender, unvorhersehbarer Basketball. Dem Gegner immer einen Schritt voraus sein, vor allem in den letzten Spielminuten, wenn den anderen die Puste ausgeht - dieses Bild bestimmte in der vergangenen Saison das Spiel der Saarlouis Royals

Saarlouis. Ihr Markenzeichen: schneller, ermüdender, unvorhersehbarer Basketball. Dem Gegner immer einen Schritt voraus sein, vor allem in den letzten Spielminuten, wenn den anderen die Puste ausgeht - dieses Bild bestimmte in der vergangenen Saison das Spiel der Saarlouis Royals. Doch in der laufenden Bundesliga-Runde scheint es umgekehrt zu sein: Dem Meister und Pokalsieger geht die Puste aus. Resultat: drei Niederlagen in der Liga, vier im Europapokal und das frühe Aus im DBBL-Pokal. Zum Rückrundenauftakt gegen die Chemcats Chemnitz an diesem Sonntag (15 Uhr, Stadtgartenhalle) soll das wieder anders werden.

"Es stimmt, wir sind nicht so fit wie in der vergangenen Saison", gesteht Trainer René Spandauw (Foto: SZ), "in den letzten sechs Wochen, in denen wir Europapokal-Spiele hatten, konnten wir auch nicht richtig trainieren. Da waren noch viele krank und verletzt." Sicherlich habe die schlechtere Fitness auch mit dem - nach dem Ärger um die Lizenzerteilung - späten Start in die Vorbereitung zu tun. "Die Spielerinnen sind schon nicht so fit nach Saarlouis gekommen", erinnert sich Spandauw.

Auch Lina Schiffer, die wegen ihrer Entzündung im Fuß wahrscheinlich bis Weihnachten ausfällt, ist die Problematik nicht entgangen. "So eine Phase war zu erwarten", sagt Schiffer, "wir sind eine sehr talentierte, aber auch junge Mannschaft. Wenn einmal der Wurm drin ist, fehlt die Erfahrung, sich rauszuziehen".

Wo es noch mehr hapert, ist die Verteidigung. Spandauw und Co-Trainer Mariusz Dziurdzia gehen mit ihrer Mannschaft sogar zurück zum Verteidigungs-ABC. "Wie stelle ich die Füße, wo sind die Hände, wo der Kopf? Wir sind zwei bis drei Schritte zurückgegangen, damit wir vier bis fünf Schritte nach vorne kommen", erklärt Spandauw, der eine schnellere Entwicklung erwartet hätte. "Wir sollten und könnten spielerisch weiter sein", findet er, "diese Mannschaft braucht mehr Zeit als alle anderen, die ich bisher trainiert habe". Warum? Darüber will sich der Royals-Trainer nicht äußern: "Das lasse ich intern, bis es die Mannschaft selbst verstanden hat."

Trotzdem, Fortschritte hat Spandauw feststellen können. Er erwartet zum Rückrundenauftakt gegen Chemnitz schon eine Besserung. "In den letzten Spielen haben wir gute Ansätze gezeigt", sagt auch Schiffer: "Wir sind auch personell besser besetzt als Chemnitz. Ich rechne schon mit einem Sieg." Am besten mit gewohnt schnellem, ermüdenden Basketball. cjo