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Warten auf den ersten Sieg geht weiter

Warten auf den ersten Sieg geht weiter

Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern hat auch gegen den VfB Stuttgart seine Talfahrt nicht beenden können. Vor allem in der Offensive hapert es beim aktuellen Tabellenschlusslicht, das bislang erst ein Tor erzielt hat.

Es wirkte beinahe verschwörerisch, als Tayfun Korkut, Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern , nach der 0:1 (0:0) Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart seine Spieler Tim Heubach und Marcel Gaus an den Schultern packte und leise auf sie einredete. "Wir werden uns nicht ergeben", knurrte Korkut anschließend in die Notizblöcke der Journalisten und wirkte nicht wie einer, der mit dem Kapitel FCK bereits abgeschlossen hat.

Und dennoch: Der Saisonstart der Pfälzer verlief mit zwei Punkten aus fünf Partien nicht schwach, sondern katastrophal. Die Kulisse im Fritz-Walter-Stadion war am vergangenen Samstag mit 45 761 Zuschauern erstligareif. Blickt man auf die Tabelle, scheint das Schlusslicht FCK aber auf dem Weg in Liga drei. "Ein Tor in fünf Spielen - vor dieser Situation dürfen wir nicht die Augen verschließen", meinte Marcel Gaus.

Der FCK hatte gegen Stuttgart die ersten Chancen der Partie. Doch Marlon Frey vergab aus 15 Metern kläglich (5. Minute), und ein Schuss von Stürmer Osayamen Osawe wurde zur Ecke geblockt (12.). Im Anschluss wurde das Offensiv-Problem der Roten Teufel deutlich: Daniel Halfar gefällt im Mittelfeld zwar als zweikampfstarker Balljäger - ein Dirigent, der für die offensiven Impulse sorgt, ist der Kapitän allerdings nicht. Neuzugang Zoltan Stieber wirkt derzeit formschwach, Flügelspieler Marcel Gaus scheint zuweilen nicht nur mit dem Gegner, sondern auch mit dem Ball auf Kriegsfuß zu stehen. Auch Stürmer Osawe wirkt verunsichert. "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, dann können wir der Saison eine andere Richtung geben", übte sich der 23-jährige Engländer in Zweckoptimismus.

Die Stuttgarter übernahmen auf dem Betzenberg im ersten Spiel nach dem Rücktritt ihres Trainers Jos Luhukay nach 15 Minuten die Spielkontrolle und gingen in der 52. Minute auch verdient in Führung. Simon Terodde traf nach einer Flanke von links per Kopf. Kaiserslautern hatte eine große Chance auf den Ausgleich. Dass Lukas Görtler in der 66. Minute frei vor dem Stuttgarter Tor den Ball nicht richtig traf, hatte Symbolcharakter. Immerhin ein Lichtblick: Der 22-jährige Torwart Julian Pollersbeck, der den gesperrten André Weis vertrat, spielte bei seinem ersten Startelf-Einsatz gut.

"In Sachen Grundtugenden, die man hier auf dem Betzenberg sehen will, kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen", sagte Korkut. Im Heimspiel am Mittwoch um 17.30 Uhr gegen Dynamo Dresden braucht es aber neben Tugenden endlich auch Tore und Punkte. Ob Kapitän Halfar, der gegen Stuttgart angeschlagen ausgewechselt wurde, spielen kann, ist ungewiss.