Wachablösung im deutschen Frauenfußball steht bevor

Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg ist auf dem Weg zur Nummer eins im deutschen Frauenfußball. Morgen kommt es zum Gipfeltreffen gegen den deutschen Meister Turbine Potsdam (19 Uhr). Der Werksklub übernahm vor einer Woche mit einem 10:0 gegen den FSV Gütersloh erstmals die Bundesliga-Tabellenführung vor den punktgleichen Potsdamerinnen, hat aber ein Spiel weniger

Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg ist auf dem Weg zur Nummer eins im deutschen Frauenfußball. Morgen kommt es zum Gipfeltreffen gegen den deutschen Meister Turbine Potsdam (19 Uhr). Der Werksklub übernahm vor einer Woche mit einem 10:0 gegen den FSV Gütersloh erstmals die Bundesliga-Tabellenführung vor den punktgleichen Potsdamerinnen, hat aber ein Spiel weniger. Ein Sieg im direkten Duell wäre ein großer Schritt zur Wachablösung - ein großer Schritt zum ersten Titel im Frauenfußball überhaupt.Schon vor der Saison machte Geschäftsführer Thomas Röttgermann keinen Hehl aus den Ambitionen des Vereins. "Sich im Frauenfußball zu engagieren, lohnt sich. Erfolge prägen auch das Gesicht unseres Gesellschafters", sagte Röttgermann: "Und wenn sich der VfL Wolfsburg im Spitzensport engagiert, dann macht er das auch richtig."

Aushängeschild Martina Müller (100 Länderspiele) wird kommende Woche ihre Nationalmannschafts-Karriere beenden, aber mit dem VfL hat sie noch viel vor. "Wir wollen in allen Wettbewerben so lange wie möglich dabei sein. Darauf werde ich mich zu 100 Prozent konzentrieren", sagte die Angreiferin. Der VfL steht bei seiner Europacup-Premiere im Gegensatz zu Potsdam im Viertelfinale der Champions League, erreichte auch im DFB-Pokal die Runde der besten Acht.

Ein steiler Aufstieg. Erst seit 2003 gibt es Frauenfußball beim VfL. Damals wechselte das Team des Wendschotter SV geschlossen zum Großverein. Seit der Rückkehr in die höchste Spielklasse im Jahr 2006 ging es bergauf. Die Finanzen stimmen, zudem winken den Spielerinnen berufliche Perspektiven in der Autostadt. Auch aus diesem Grund entschieden sich die früheren Saarbrückerinnen Nadine Keßler, Josephine Henning, Selina Wagner und Laura Vetterlein für den Wechsel nach Wolfsburg. Keßler ist inzwischen Kapitän und unumstrittene Führungsfigur beim VfL. Ähnlich, wie sie es beim 1. FC Saarbrücken war.

Auch das Interesse im Umfeld ist beachtlich. Im Mai dieses Jahres stellte die Mannschaft von Cheftrainer Ralf Kellermann mit 8689 Zuschauern im Stadion am Elsterweg in der Partie gegen den 1. FFC Frankfurt einen Rekord für die Frauen-Bundesliga auf.

Seit dem Titelgewinn des FCR Duisburg im Jahr 2000 ging die nationale Krone in den folgenden zwölf Jahren entweder an Potsdam oder Frankfurt. In der vergangenen Saison wurde der mit Torschützenkönigin Conny Pohlers verstärkte VfL erstmals Vizemeister - und holte die Nationalspielerinnen Alexandra Popp und Luisa Wensing aus Duisburg und Viola Odebrecht aus Potsdam. Eine Kampfansage an die Konkurrenz. Und nun steht die Wachablösung bevor. dapd