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| 21:16 Uhr

Fußball-Nationalmannschaft
Vorhang auf für die Nations League

Bundestrainer Joachim Löw wird die Auslosung der Nations League heute vor Ort in Lausanne verfolgen. Der neue Wettbewerb der Uefa ersetzt die bisherigen Freundschaftsspiele der Nationalmannschaften.
Bundestrainer Joachim Löw wird die Auslosung der Nations League heute vor Ort in Lausanne verfolgen. Der neue Wettbewerb der Uefa ersetzt die bisherigen Freundschaftsspiele der Nationalmannschaften. FOTO: Christian Charisius / dpa
Lausanne. Heute werden die Gruppen für den neuen Wettbewerb ausgelost. Bundestrainer Joachim Löw hofft auf starke Gegner.

Unnütz, unausgegoren, unsinnig: Wenn es nach den Kritikern der Nations League geht, hätte sich die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Kosten für die erste Dienstreise des neuen Jahres sparen können. Dennoch werden Präsident Reinhard Grindel, Generalsekretär Friedrich Curtius, Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff heute in Lau­sanne vor Ort sein, wenn die Auslosung des umstrittenen Projekts der Europäischen Fußball-Union (Uefa) ab 12 Uhr über die Bühne geht.

Und das hat seinen guten Grund. Denn auch wenn die deutsche Öffentlichkeit noch nicht viel mit dem komplizierten Konstrukt anfangen kann, ist der DFB mit Blick auf seine Bewerbung um die Ausrichtung der EM 2024 gut beraten, mit seiner Spitze Flagge zu zeigen. Schließlich wird die Endrunde bereits im September vergeben. Es kann sicher nicht schaden, wenn die Topleute ein wenig Werbung in eigener Sache betreiben.

Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass es offiziell von Seiten des Verbandes keine Kritik an der Nations League gibt. Die kleinen Fußball-Länder, für die der neue Wettbewerb eine Hintertür zur EM-Teilnahme öffnet, sollen vor der Entscheidung über den EM-Gastgeber nicht ins Lager des Konkurrenten Türkei getrieben werden. Deshalb äußert sich auch Bierhoff, der dem Wettbewerb zunächst kaum etwas abgewinnen konnte, sehr viel positiver: „Dies ist ein neuer Wettbewerb, den wir engagiert und ehrgeizig angehen werden. Sicherlich wird das ein oder andere Spiel auch hilfreich sein, neue, junge Spieler unter Wettbewerbsbedingungen gegen andere große Fußball-Nationen zu testen.“

Das sehen die Bundesliga-Bosse insgesamt anders. Die großen Clubs befürchten eine noch höhere Belastung ihrer Spieler. Nach Ansicht von Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge von Rekordmeister Bayern München „braucht keiner“ die Nations League. Ebenso deutlich wurde Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund: „Wir haben schon genug Wettbewerbe.“

Die Uefa erwartet sich rund zwei Milliarden Euro aus der Zentralvermarktung des Wettbewerbs, der die Länderspiele außerhalb der WM- und EM-Qualifikation ersetzen soll. Die frühere DFB-Spitze um Ex-Präsident Wolfgang Niersbach hatte im Jahr 2014 gegen die Einführung gestimmt – obwohl die Nations League ein Lieblingskind des damaligen Uefa-Präsidenten Michel Platini war.

Der Modus ist knifflig. Es gibt vier Ligen (A bis D), die jeweils in vier Gruppen unterteilt sind. In der „Liga A“, in der Deutschland spielt, gibt es vier Dreiergruppen. Nach den Doppelspieltagen im September, Oktober und November ermitteln die vier Gruppensieger der „Liga A“ bei einem Finalturnier im Juni 2019 den Sieger der Nations League. Deutschland ist in Topf 1 gesetzt. Eine Gruppe mit Frankreich und den Niederlanden ist genauso möglich wie eine mit der Schweiz und Island. „Sportlich wollen wir uns immer mit den Top-Teams messen, insofern hätte ich nichts dagegen, wenn wir bei der Auslosung zur Nations League starke Gegner zugelost bekommen“, sagte Löw.

Der Anreiz der Nations League besteht allerdings eher für die kleinen Nationen, da vier der 24 Tickets für die EM-Endrunde 2020 über den neuen Wettbewerb vergeben werden. Die 16 Gruppensieger aller Ligen von A bis D ziehen in die Playoffs (Modus wie beim Finalturnier) im März 2020 ein. Sollten sich die Gruppensieger bereits über die normale Quali ihren EM-Start gesichert haben, rücken die Nächstplatzierten nach. Jede Liga – auch die Liga D mit den ganz kleinen Nationen – wird am Ende also einen EM-Teilnehmer generieren.

Zudem will die Uefa die Nations League dadurch aufwerten, dass die Setzlisten für künftige Quali-Auslosungen (EM und WM) auf dem Abschneiden in dem neuen Wettbewerb basieren sollen. Deutliche Verbesserungen oder Verschlechterungen in der Setzliste wird es durch die Auf- und Abstiegsregelung geben. Die vier Gruppenletzten steigen ab, die vier Gruppensieger steigen auf. Doch damit nicht genug. Bei der Uefa gibt es Planspiele einer weltweiten Nations League – quasi als Ersatz für den Confed Cup.