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Vorgezogene Weihnachten

Vorgezogene Weihnachten

Für den 1. FC Saarbrücken könnte es kaum besser laufen. Erst die Verpflichtung von Nationalspieler Patrick Franziska, dann Erfolg in der Champions League (Einzug ins Viertelfinale) und gestern auch in der Bundesliga.

Für die Tischtennisspieler des 1. FC Saarbrücken war Weihnachten in diesem Jahr schon ein paar Tage früher. Bereits am Freitagabend bescherten sich die Saarländer gleich doppelt. Am Vormittag gab der FCS die Verpflichtung des deutschen Nationalspielers Patrick Franziska (bislang Borussia Düsseldorf) bekannt. "Nach dem Weggang von Bastian Steger gab es schon den öffentlichen Druck, wieder einen deutschen Spieler nach Saarbrücken zu holen. Das ist in dieser stärksten Liga der Welt aber gar nicht so einfach", erklärte Erwin Berg, der sportliche Leiter des 1. FC Saarbrücken .

Viele Argumente für Franziska

Die Augen des 74-Jährigen strahlten wie die von Kindern unterm Tannenbaum. "Franziska ist im Olympia-Aufgebot für 2016. Er hat hier zwei Mal zur Probe trainiert. Die Möglichkeiten, die das Saarland in Verbindung mit dem Olympiastützpunkt bietet, die Weltklasse-Sparringspartner in unserem Verein und unsere Trainer Slobodan Grujic und Zhi Wang haben ihn letztlich überzeugt."

Heimtrainer des 23-jährigen Bensheimers Franziska ist niemand anders als Helmut Hampl, der bereits Timo Boll in die Weltspitze geführt hat. "Ich suche jetzt etwas mehr die Selbstständigkeit", sagte Hobby-Pokerspieler Franziska zu seinem Wechsel: "Die ist in einer Einzelsportart wie Tischtennis sehr wichtig." Mit seinem Noch-Verein Düsseldorf erreichte Franziska am Freitag nach einem 3:2-Erfolg in Ostrau das Viertelfinale der Champions League .

Das schaffte sein neuer Club ebenfalls. Der FCS besiegte den österreichischen Vertreter Walter Wels mit 3:1. Dabei glänzte vor allem Tiago Apolonia mit Siegen gegen Zsolt Petö (3:1) und Mihai Bobocica (3:0). "Tiago hat sensationell gespielt. In den zwei Jahren, in denen er hier spielt, hat er noch nie eine so gute Rückhand gezeigt", freute sich Berg. Genau wie über den 3:1-Erfolg von Bojan Tokic gegen Dominique Plattner. Tokic war wegen Brustschmerzen zwei Tage stationär im Krankenhaus. Da die Ärzte aber Herzprobleme ausschlossen, stellte er sich an die Platte. Enttäuschend dagegen war der Auftritt des Saarbrückers Adrien Mattenet (1:3 gegen Bobocica). "Er hat deutlich unter seinen Möglichkeiten gespielt. Er war irgendwie gehemmt", sagte Berg.

Keine Zukunft für Mattenet?

Vielleicht lag es an der ungewissen Zukunft. "Wenn wir Geld hätten, würden wir kommende Saison auch im Hinblick auf die hohe Belastung mit vier Spielern antreten. Aber da müssen wir mal schauen", erklärte der sportliche Leiter. Bislang wurde ein Ausfall in der ersten immer durch talentierte Spieler der zweiten Mannschaft aufgefangen. Auf dem Topniveau der Bundesliga und im Hinblick auf die Olympiavorbereitung der Spitzenathleten wäre eine Entlastung durch einen vierten Spieler durchaus wünschenswert. Erste Gespräche sollen noch in dieser Woche geführt werden. Apolonia und Tokic scheinen klar erste Wahl.

"So lange sie nicht sagen: Bojan, du bist zu alt, zu schlecht und zu hässlich, bleibe ich gerne in Saarbrücken ", scherzte Publikumsliebling Tokic: "Die Verpflichtung von Franziska ist top. Der Junge ist positiv und hat Perspektive. Aber auch wir haben viel erreicht. Halbfinale im Pokal, Viertelfinale Champions League . Tabellenführung in der Bundesliga." Die konnte der FCS gestern beim Spiel in Hagen festigen. Die Saarländer siegten 3:2 - nun kann Weihnachten wirklich kommen.