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Vorerst keine Kämpfe in der Ringer-Oberliga

Oberliga Ringen : Keine Kämpfe in der Ringer-Oberliga

Enttäuschung, aber auch Einsicht bei den drei Vereinen in unserer Region. Nur der Trainingsbetrieb soll aufrecht erhalten werden.

Die saarländischen Oberliga-Ringer sind zu Corona-Zeiten nicht zu beneiden. Eigentlich hätten sie am vergangenen Wochenende in ihre neue Saison starten sollen. Aufgrund der Hygienevorschriften und weniger als zuvor gemeldeten Mannschaften war eine neue Wettkampfform gewählt worden. In einzelnen Turnieren sollte gegeneinander angetreten werden.

Ursprünglich hatten sich neben den drei Vereinen RKG Illtal, KSV St. Ingbert und KG Hüttigweiler-Schiffweiler auch noch die RG Saarbrücken sowie der KV Riegelsberg II zu einem Start verabredet. Dagegen hatten sich die Verantwortlichen des KSV Köllerbach II und des AC Heusweiler II gegen ein Mitmachen ausgesprochen. Nachdem bereits eine Woche zuvor aufgrund eines Corona-Falls beim KSV St. Ingbert dessen Heimturnier auf den 28. November verlegt worden war, sollte nun am vergangenen Samstag in der Eppelborner Hellberghalle unter der Regie der RKG Illtal der Auftakt gemacht werden. Anschließend hätten auch die anderen Mannschaften bis in den November hinein bei Turnieren das Heimrecht ausgeübt. Mittlerweile kam alles anders: Die Oberliga-Saison der Ringer wurde komplett abgesagt.

Illtals Vorsitzender Uwe Kunz äußerte sich wie folgt dazu: „Der Vorstand unserer RKG Illtal hatte sich am Montagabend getroffen und gegen einen Start ausgesprochen. Uns war das alles zu risikoreich, da gerade die Corona-Infektionszahlen im Kreis St. Wendel und in Neunkirchen enorm gestiegen sind. Daher waren wir ja praktisch von Corona eingekesselt.“ So sei die gesamte Runde abgesagt worden. Am Freitag sei dann die Nachricht eingetroffen, dass die Oberliga-Runde gar nicht stattfinden wird. Man versuche, den Trainingsbetrieb unter Einhaltung von strengen Hygiene-Maßregeln am Leben zu erhalten. Dazu gehöre auch am Ende eines jeden Trainings eine sachgerechte Matten-Desinfektion. Auch dürften Eltern von Kindern nicht mehr als Zuschauer in der Halle am Training teilnehmen.

„Momentan überlegen wir, eine Pause einzulegen, bis sich die ganze Sache im Raum St. Wendel und Neunkirchen beruhigt hat. Bisher hatten wir zum Glück bei den Schülern und im Erwachsenenbereich noch keinen aktiven Corona-Fall“, meinte Kunz. Man sei mit der vorzeitigen Absage an der Runde der Fürsorgepflicht und der Verantwortung gegenüber dem Ringer-Sport sowie den Zuschauern gerecht geworden. „Dass der Verband dann nachgezogen ist, zeigt mir, dass es dort anscheinend auch noch den ein oder anderen gibt, der sich Gedanken über solche Dinge macht“, erklärte Kunz. Somit ist auch für die Ringer der KG Hüttigweiler-Schiffweiler die Saison beendet, bevor sie überhaupt angefangen hat. „Wir bedauern dies sehr. Es ist allerdings in Anbetracht der steigenden Fallzahlen im Saarland die einzig richtige Entscheidung. Die Gesundheit der Sportler, Helfer und Anwesenden genießt ganz klar Vorrang“, betonte KG-Trainer Christoph Gall.

Die Ringer des KSV St. Ingbert hatten sich ebenfalls auf den Beginn der neuen Runde gefreut. Sie mussten eine umfangreiche Quarantäne-Maßnahme überwinden, nachdem sich ein Nachwuchsathlet, der ab und an bei den Aktiven mittrainiert, mit dem Corona-Virus infiziert hatte. „Die Gefahr, sich irgendetwas zuzuziehen, war nun einfach zu groß geworden. Wir waren motiviert und wollten ursprünglich alles durchziehen. Wir dürften nun auch theoretisch in den Ferien trainieren, machen aber aufgrund der Verschärfungen lieber noch eine Woche lang Pause“, berichtete der St. Ingberter Pressewart Stefan Spang. Eigentlich klaue man den Jungs ein Jahr ihrer aktiven Ringerzeit, müsse sich aber der Sorgfaltspflicht gegenüber den Ringern und Zuschauern unterordnen. „Letztlich müssen wir eben alles so hinnehmen – die Zeiten sind so, und fertig!“, stellte Spang klar.