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TV Bliesen startet in die Saison
Sorgen nach dem größten Umbruch

So wird der TV Bliesen nicht mehr jubeln: Lukas Scholtes (Zweiter von links) und Steve Weber (rechts) haben den Volleyball-Drittligisten verlassen.
So wird der TV Bliesen nicht mehr jubeln: Lukas Scholtes (Zweiter von links) und Steve Weber (rechts) haben den Volleyball-Drittligisten verlassen. FOTO: B&K / Bonenberger/
Bliesen. Der TV Bliesen startet mit einigen Problemen in die neue Saison der 3. Volleyball-Liga. Der Trainer und sechs Spieler sind neu dabei. Von Philipp Semmler

Michael Hefter, der neue Trainer des Drittligisten TV Bliesen, startet mit gemischten Gefühlen in seine erste Spielzeit auf der Bank der saarländischen Nummer eins im Männer-Volleyball. „Meine Laune hält sich angesichts von drei Ausfällen derzeit in Grenzen“, erklärt der 56-Jährige vor dem Auftaktspiel an diesem Samstag beim TV Rottenburg II (19.30 Uhr).


Mit dem in der Vorbereitung stark auftrumpfenden Ryan Kenny und Andrzej Belinski fallen zwei Neuzugänge länger aus. Zudem hat mit Charel Hoffmann ein weiterer Neuer wegen eines langwierigen Infekts weite Teile der Vorbereitung verpasst. Ob er schon in der körperlichen Verfassung ist, um dem Team weiterzuhelfen, ist fraglich. „Wir mussten wegen dieser Ausfälle immer wieder Dinge ändern. Deshalb fehlt uns ein wenig der Rhythmus“, stöhnt Hefter: „Mit voller Kapelle hätten wir in der Liga sicher einen guten Mittelfeldplatz erreichen können. Jetzt weiß ich nicht genau, was uns erwartet.“ Oberste Priorität hat daher erst einmal der Klassenverbleib – auch weil die Liga diese Saison wegen guter Aufsteiger stärker sein dürfte als vergangene Spielzeit.

Dass einige Spieler ausfallen, wiegt beim TV Bliesen umso schwerer, da der Verein den größten personellen Umbruch seit Jahren hinter sich gebracht hat: Schon zum Ende der vergangenen Saison war klar, dass der Amerikaner Connor Lammey, der Engländer Tobias French sowie die aus dem eigenen Nachwuchs stammenden Lukas Scholtes und Jérôme Klauck den Verein verlassen. Klauck nimmt eine Volleyball-Auszeit. Scholtes hat sich studienbedingt Ligakonkurrent TuS Kriftel angeschlossen. French und Lammey sind in ihre Heimat zurückgekehrt.



Im Laufe der Vorbereitung entschloss sich noch der Luxemburger Steve Weber, den Verein zu verlassen. Er geht künftig in seinem Heimatland für Erstligist Volley Bartringen ans Netz. „Dass Steve geht, war nicht eingeplant“, ärgert sich Gerd Rauch. Der 52-Jährige, vergangene Saison noch Trainer, ist als zweiter Vorsitzender des Fördervereins in die Personalplanungen mit eingebunden.

Neu beim TV Bliesen sind dafür sechs Spieler: Zuspieler Ryan Kenny wurde dabei als Nachfolger von Scholtes verpflichtet. Doch der 25-jährige US-Amerikaner zog sich bei einem Vorbereitungsturnier eine Schulterverletzung zu. „Er wird wohl mindestens bis Ende des Jahres ausfallen“, erklärt Trainer Hefter.

Deshalb hat Bliesen auf dieser Position noch einmal kurzfristig reagiert: Mit Lukas Bennoit wurde vor wenigen Tagen ein weiterer Zuspieler geholt. Bennoit ging vergangene Saison für Oberligist TV Walpershofen aufs Feld. Diese Saison wollte er eigentlich pausieren. Nun erklärte er sich aber bereit, seinem Ex-Club Bliesen auszuhelfen.

Ebenfalls neu in Bliesen sind die beiden Angreifer Charel Hoffmann und Liam Jenkinson. Der 21-jährige Hoffmann, der in Kaiserslautern studiert, ist luxemburgischer Nationalspieler. Der 25-jährige Jenkinson gehört zum Kader der englischen Nationalmannschaft. In seiner Heimat spielte er zuletzte für Meister Northumbria.

Für den Mittelblock wurde der 23-jährige Kanadier Jordan Foot geholt. Des Weiteren zählen die Annahmespieler Steven Braswell und Andrzej Belinski zum Kader des Drittligisten. Der 23-jährige Amerikaner Braswell lief zuletzt für die Saint Francis University in den USA auf. Belinski rückte aus dem Kader der eigenen zweiten Mannschaft ins Drittliga-Team auf. Dort wird er aber noch länger auf sein Debüt warten müssen: Denn Belinski hat sich in der Vorbereitung einen Muskelbündelriss zugezogen. Damit ist auch er einer der Ausfälle, die Trainer Hefter derzeit einige Sorgen bereiten.