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Volleyball: Saison für TV Lebach und VSG Saarlouis vorzeitig beendet

Volleyball : Kein Abschiedsspiel für Fräulein Menke

Der Deutsche Volleyball-Verband hat den Spielbetrieb in den 3. Ligen und in den Regionalligen eingestellt. Beim TV Lebach geht man davon aus, in der 3. Liga zu bleiben. Die Entscheidung, wie in Sachen Auf- und Abstieg verfahren wird, ist noch nicht gefallen.

Die Entscheidung fiel am Donnerstagnachmittag: Wegen der Corona-Krise hat der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) beschlossen, die aktuelle Spielzeit in den 3. Ligen sowie in den Regionalligen vorzeitig für beendet zu erklären. In der Folge wurden die Spiele in allen anderen Klassen ebenfalls abgesagt. Davon betroffen sind unter anderem auch die Oberliga-Damen des TV Düppenweiler, die an diesem Samstag zu Hause den Saar-Rivalen TV Kirkel erwartet hätten. Auch alle Jugendspiele sind gestrichen.

Das Spiel der Drittliga-Damen des TV Lebach gegen den VC Offenburg hätte ohnehin nicht stattgefunden. „Der VC hatte bereits zuvor erklärt, dass er absagen wird“, berichtet Lebachs Trainer Philipp Betz. Wie nach der Absage der Saison, die ursprünglich noch bis zum 4. April gegangen wäre, in Sachen Auf- und Abstieg verfahren wird, ist noch offen. In einem Schreiben an die Vereine erklärte der Vorsitzende des Dritte-Liga-Ausschuss Süd, Dirk Röttgen: „Detaillierte Informationen zu Auf- und Abstieg werdet ihr in Kürze erhalten. Eine unter den gegebenen Umständen faire Lösung befindet sich gerade in Abstimmung.“

Betz geht davon aus, dass nur zwei Szenarien infrage kommen. „Entweder man nimmt die Tabelle nach dem 16. Spieltag, um Auf- und Absteiger zu ermitteln, oder man legt fest, dass es keine Auf- und Absteiger geben wird.“ In beiden Fällen wäre sein Team auch in der Spielzeit 2020/21 Drittligist. Denn Lebach hat als Tabellenachter sechs Punkte Vorsprung vor dem SSC Bad Vilbel, der auf dem ersten Abstiegsplatz steht.

Die vorzeitige Beendigung der Spielzeit löst bei dem 32-Jährigen gemischte Gefühle aus: „Ich hätte gerne weiter gespielt und finde die Maßnahme etwas übertrieben. Andererseits kann ich auch verstehen, dass Leute Angst vor einer Übertragung haben.“ Betz weiter: „Man hätte die Runde vielleicht erst einmal aussetzen können.“ Dies wurde in anderen Sportarten, etwa im Handball, so praktiziert. „Nach einer Aussetzung bis Anfang Mai zu spielen, wäre sicher eine Option gewesen. Die Hallen werden ja erst zu den Schulferien im Sommer geschlossen.“

Finanzielle Nachteile durch das vorzeitige Ende der Runde befürchtet Betz nicht. „Wir hätten zwar noch zwei Heimspiele gehabt, dafür müssen wir aber auch zwei Auswärtsfahrten nicht machen.“

Eine seiner Spielerinnen verpasst durch das vorzeitige Saison-Ende allerdings die Möglichkeit, sich vom eigenen Publikum zu verabschieden. Denn Marie Menke, im Verein gerne „Fräulein Menke“ genannt, wird den TV im Sommer verlassen. „Ich gehe mit einem großen weinenden Auge“, berichtet die 26-Jährige. „Die Art des Miteinanders, wie es sie in Lebach gibt, habe ich zuvor nämlich noch nie bei einem anderen Verein erlebt.“

Ihr bevorstehender Abschied hat auch keine sportlichen, sondern ausschließlich berufliche und private Gründe: „Ich habe mein Psychologie-Studium abgeschlossen und will jetzt gerne eine Therapie-Ausbildung anschließen“, erklärt Menke. Diese Ausbildung plant sie entweder in Kiel oder in Hamburg anzugehen. Die TV-Akteurin wuchs in der Nähe von Kiel auf und war wegen ihres Studiums ins Saarland gekommen. Jetzt zieht es sie zurück in die Heimat. „Dort habe ich tiefe Freundschaften, meine Familie“, sagt Menke. „Und nicht zu vergessen: das Meer“, ergänzt sie lachend.