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Vogel ist große Hoffnungsträgerin

Vogel ist große Hoffnungsträgerin

Deutsche Radfahrer starten mit Ambitionen, aber auch mit Sorgen in die Bahnrad-WM in Hongkong.

"Leitwölfin" Kristina Vogel ist bereits wieder ganz die Alte: Mit der Rio-Olympiasiegerin als großer Hoffnungsträgerin starten die deutschen Bahnrad-Asse heute gewohnt ambitioniert, aber nicht frei von Sorgen in die Weltmeisterschaften in Hongkong. Das gute Ergebnis aus dem Vorjahr, als die Athleten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) drei Titel und insgesamt acht Medaillen gewannen, wird kaum zu wiederholen sein.

"Wir wollen uns gar nicht an diesem Ergebnis orientieren. 2016 waren wir vor den Olympischen Spielen alle hochkonzentriert und auf dem Höhepunkt. Jetzt starten wir mit einer breiten Basis und unter anderen Voraussetzungen", sagte Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel: "Es geht auch darum, die Jungen zu integrieren und in die Weltspitze zu führen."

In dieser längst etabliert ist Vogel. Die 26-Jährige hatte mit ihrem denkwürdigen Sprinttriumph in Rio trotz des abgebrochenen Radaufsatzes ein Stück deutsche Sportgeschichte geschrieben und war anschließend Stammgast bei Ehrungen und Empfängen. Inzwischen steht bei der Erfurterin wieder der Sport im Mittelpunkt. Im Keirin geht Vogel als Titelverteidigerin an den Start, auch im Sprint und im Teamsprint an der Seite von Miriam Welte aus Kaiserslautern sind die Ambitionen groß. "Es gibt Streifen zu gewinnen, die will ich mir holen", sagte Vogel mit Blick auf das Regenbogentrikot.

Für Bundestrainer Uibel ist Vogel, die zuletzt bei den Weltcups in Kolumbien und den USA Siege feierte, nicht nur aufgrund ihrer konstant starken Leistungen unverzichtbar. "Sie setzt Maßstäbe in Sachen Belastbarkeit und Wettkampfhärte. Sie ist der Leitwolf der gesamten Truppe", sagte er.

Sorgen bereiten Uibel derweil die Männer: "Wir müssen mehrere Ausfälle verkraften." Neben den langzeitverletzten Ex-Weltmeistern Maximilian Levy (Schulter) und Stefan Bötticher (muskuläre Probleme) musste in den Tagen vor dem WM-Start auch Joachim Eilers eine Pause einlegen. Der zweifache Titelträger von 2016 (Keirin, 1000-Meter-Zeitfahren), im Winter vom Pfeifferschen Drüsenfieber ausgebremst, lag in Hongkong mit Erkältungssymptomen flach. Über einen Start soll kurzfristig entschieden werden.