Völklingen startet mit großer Ungewissheit in neue Oberliga-Saison

Fußball : Ungewissheit vor dem Saisonstart

Der SV Röchling Völklingen müsste als Vizemeister eigentlich ein Titelkandidat in der neuen Oberliga-Saison sein.

Am 7. Mai durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume des Fußball-Oberligisten SV Röchling Völklingen sowie Privatwohnungen von Verantwortlichen (die SZ berichtete mehrfach). Es ging um den Vorwurf der Steuerhinterziehung. Etwas mehr als zehn Wochen später ist noch immer ungewiss, ob und wenn ja, welche finanziellen Forderungen auf den Traditionsverein zukommen. „Es gibt derzeit keine Neuigkeiten“, erklärt der Vorsitzende Wolfgang Brenner: „Wir und unser Anwalt sind nach wie vor in Gesprächen mit der Staatsanwaltschaft, um einen Vergleich zu finden.“

Über die mögliche Höhe von Nachforderungen will Brenner keine Angaben machen: „Wir hoffen aber und sind vorsichtig optimistisch, dass es sich um eine Größenordnung handelt, die den Verein nicht gefährdet. Schließlich spielen hier auch 18 Jugendmannschaften.“

Keinen Hehl macht Brenner daraus, dass die Ermittlungen gegen den Verein einen Einfluss auf die Planungen für die an diesem Wochenende beginnende neue Oberliga-Spielzeit hatten. Aktuell ist der Kader beim Vizemeister noch nicht komplett. Zehn Abgängen stehen bei den Hüttenstädtern bislang nur sechs Neuzugänge gegenüber.

„Wir wussten, dass es generell einen Umbruch geben würde“, sagt Brenner. Dann kamen die Ermittlungen und der Rücktritt von Trainer Günter Erhardt im Juni hinzu. „Dieser Rücktritt und dass wir deshalb stellenweise mit anderen Dingen beschäftigt waren, hat die Planungen natürlich erschwert“, sagt Brenner und ergänzt: „Mittlerweile sind wir aber so weit, dass wir nur noch an Stellschrauben drehen müssen.“

Der SV Röchling steht aktuell kurz vor der Verpflichtung von Torhüter Benjamin Sorg (zuletzt FV Eppelborn). Zudem sollen noch zwei Feldspieler geholt werden. Selbst wenn dies nicht gelingen sollte, glaubt Brenner, dass das Team für die neue Runde gerüstet ist – auch weil es starke Neuzugänge wie Kevin Saks (Borussia Neunkirchen) oder Marius Schley (FC Schalke 04 II) gibt.

„Ich denke, dass wir eine gute Mannschaft haben. Und auch mit unserem neuen Trainer Andreas Wellner läuft es bislang hervorragend“, erklärt der Vorsitzende. Wellner stand vergangene Saison noch bei Saarlandligist SV Auersmacher an der Seitenlinie. Völklingen holte den 39-Jährigen eigentlich als Co-Trainer von Erhardt. Nach dessen Rücktritt wurde Wellner zum Cheftrainer befördert.

Weil Brenner von der Qualität des Kaders überzeugt ist, sagt der Vorsitzende: „Wir wollen eine gute Runde spielen. Das heißt nicht, dass wir Meister oder Vizemeister werden wollen, aber ein einstelliger Tabellenplatz sollte schon drin sein.“ Ob diese Einschätzung realistisch ist, scheint auch ein wenig ungewiss. Um in der vorderen Tabellenhälfte zu landen, darf bei der momentanen Kadergröße nämlich in Sachen Verletzungen nicht mehr viel passieren.

Denn schon vor dem ersten Saisonspiel an diesem Samstag um 15 Uhr zu Hause gegen den 1. FC Kaiserslautern II ist das Lazarett gut gefüllt. Noch bis mindestens zur Winterpause ausfallen werden die beiden Leistungsträger Rouven Weber und Felix Dausend. Weber zog sich vergangene Saison einen Achillessehnenriss zu, Dausend eine schwere Knieverletzung, bei der mittlerweile festgestellt wurde, dass auch das Kreuzband gerissen ist. Zudem fehlen den Hüttenstädtern zum Auftakt Julian Kern und Nico Zimmermann (beide Adduktoren-Probleme).

Bereits an diesem Freitagabend starten der FV Diefflen und der FC Hertha Wiesbach in die neue Oberliga-Runde. Wiesbach empfängt um 19 Uhr mit der TuS Koblenz die punktbeste Auswärtsmannschaft der Vorsaison. Diefflen spielt zeitgleich im Dillinger Parkstadion gegen Hassia Bingen. Beide peilen eine Spielzeit ohne Abstiegssorgen an, Wiesbach möchte sogar einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.

Das einzige Saar-Team aus der Oberliga, das am ersten Spieltag auswärts antreten muss, ist die SV Elversberg II. Der Aufsteiger ist am Samstag um 14.30 Uhr beim TSV Schott Mainz zu Gast. Trainer Marco Emich will sich mit seiner jungen Truppe behaupten und am Ende den Ligaverbleib schaffen.