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Nations League
Vize-Weltmeister wird zum „Witz“

Luka Modric kann nicht fassen, was seine Mannschaft gegen Spanien abgeliefert hat.
Luka Modric kann nicht fassen, was seine Mannschaft gegen Spanien abgeliefert hat. FOTO: dpa / Alberto Saiz
Elche. Kroatien mit Superstar Modric geht in der Nations League in Spanien mit 0:6 unter. sid

Luka Modric starrte konsterniert in den Abendhimmel von Elche, die Enttäuschung war Europas Fußballer des Jahres deutlich anzusehen. „Das ist inakzeptabel, dass wir uns so verkaufen“, sagte der Kapitän der kroatischen Nationalmannschaft, die nach ihrem traumhaften WM-Sommer ein böses Erwachen erlebte. Das 0:6 (0:3) in der Nations League in Spanien bedeutete die höchste Niederlage in der Verbands-Historie.


„Albtraum in Elche“, schrieb die Sportzeitung „Sportske novosti“ nach einem „furiosen Schachmatt“. Die „Slobodna Dalmacija“ sah „erniedrigte“ Vize-Weltmeister, von denen nur „ein Witz“ übrig geblieben sei. Trainer Zlatko Dalic sparte zwar auch nicht mit Selbstkritik, der 51-Jährige richtete den Blick aber sofort wieder nach vorne. „Wir haben gar nichts gezeigt und waren nicht einmal ein Schatten des Teams, das wir noch vor Kurzem waren“, sagte Dalic: „So ist das Leben, das müssen wir akzeptieren. Aber wir dürfen hier nicht herumsitzen und weinen, sondern müssen uns auf das vorbereiten, was als nächstes kommt.“

Als nächstes treten die Kroaten in der Gruppe vier der Division A zu Hause gegen England (12. Oktober) und drei Tage später im Rückspiel gegen Spanien an. Weil England auch gegen Spanien verloren hatte (1:2), muss Kroatien zwar noch nicht den Abstieg fürchten – in der derzeitigen Form ist der „goldenen Generation“ des Vize-Weltmeisters aber nicht viel zuzutrauen. Dalic hatte in Elche sechs Spieler aus dem gegen Frankreich verlorenen WM-Finale (2:4) in der Startformation aufgeboten. Gegen die spanischen Ballkünstler, für die Saul Niguez (24. Minute), Marco Asensio (33.), Lovre Kalinic per Eigentor (35.), Rodrigo (50.), Sergio Ramos (57.) und Isco (70.) trafen, reichte das für 20 gute Minuten in der ersten Halbzeit.



Die Spanier waren rundum zufrieden. „Eine Botschaft an den Kontinent“ habe La Furia Roja gesendet, befand die Sportzeitung Marca. „In dieser Woche war alles perfekt“, sagte der neue Trainer Luis Enrique: „Wir haben ihre Fehler eiskalt ausgenutzt. Man darf nicht vergessen, dass wir gegen den Vize-Weltmeister gespielt haben.“