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Vier Tage Nabel der Radsport-Welt

Vier Tage Nabel der Radsport-Welt

Gersheim. Vier Tage Schwerstarbeit liegen vor den 126 jungen Radrenn-Sportlern aus 20 Nationalteams, die an Fronleichnam um 16 Uhr auf dem Paradeplatz in Blieskastel zur ersten der vier Etappen der 22. Trofeo Karlsberg starten

Gersheim. Vier Tage Schwerstarbeit liegen vor den 126 jungen Radrenn-Sportlern aus 20 Nationalteams, die an Fronleichnam um 16 Uhr auf dem Paradeplatz in Blieskastel zur ersten der vier Etappen der 22. Trofeo Karlsberg starten. Wenn am Sonntag gegen 14 Uhr der Sieger in Herbitzheim dann das Gelbe Trikot überstreifen wird, haben die Nachwuchs-Fahrer der Jahrgänge 1991 und 1992, die das Ziel erreichen, 422 Kilometer in den Beinen. "Jeder einzelne hat's in sich, das Profil hat auch in diesem Jahr absolutes Welt-Niveau." Kein Geringerer als der beste saarländische Radrennfahrer aller Zeiten sagt das. Andreas Walzer, der Olympiasieger und Ex-Weltmeister hat die Strecken mit ausgesucht. "Hier kann nur der perfekteste Fahrer gewinnen", weiß er. Der muss auch am besten über die "vielen Nadelstiche" unterwegs kommen. Womit Walzer die zahlreichen happigen Steigungen meint. Davon hat der Bliesgau und der Warndt, wo die Trofeo am Freitag Station macht, ja jede Menge anzubieten.

Gerade gut genug für die besten Rad-Junioren der Welt. Die haben das Saarland spätestens seit dem vergangenen Jahr als Muss auf ihrem Terminkalender. Denn seit 2008 gehört die Trofeo Karlsberg zum Nations-Cup des Weltradsport-Verbandes. Als einziges Rennen in Deutschland. Womit sich die Trofeo in allerbester Gesellschaft befindet, etwa mit dem Eintages-Klassiker Paris-Roubaix. Auch die Rennen der Weltmeisterschaft in Russland im August kommen in die Nations-Cup-Wertung. Nach zwei Veranstaltungen (Paris - Roubaix und Friedensfahrt in Tschechien) führt die russische Mannschaft die Wertung (74 Punkte) vor den Niederlanden und Belgien (je 59) an. Das Sextett des Bundes deutscher Radfahrer (BDR) liegt derzeit mit 57 Punkten auf Rang vier . Beim "Heimspiel" im Saarpfalz-Kreis soll diese Position natürlich ausgebaut werden. Zumal der BDR hier mit zwei Mannschaften unterwegs sein wird. Vergebens werden die Zuschauer allerdings Ausschau nach einem saarländischen Fahrer halten müssen. Bei UCI-Rennen sind keine Teams von einzelnen Landesverbänden erlaubt. Und in eine der beiden National-mannschaften hat es kein Fahrer geschafft. "In der Juniorenklasse gibt es bei uns momentan ein kleines Loch", gibt SRB-Präsident Peter Koch zu. Kein Schlupfloch soll eventuellen Doping-Sündern geboten werden. "Es ist zwar traurig, dass man auch schon in diesem Alter an so was denken muss", sagt der Gersheimer Bürgermeister und Vorsitzende des Freundeskreises Trofeo Karlsberg, Lothar Kruft, Und deshalb werden Dopingkontrollen in großem Umfang durchgeführt. Insgesamt aber, so Kruft, sei die Begeisterung für die Trofeo Karlsberg weiter ungebrochen. Das gelte auch für die Sponsoren, "auf die wir uns immer noch verlassen können". "Hier kann nur der perfekteste Rennfahrer gewinnen."

Ex-Radprofi

Andreas Walzer

Auf einen Blick

Die Mannschaften bei der 23. Trofeo Karlsberg: Belgien, Dänemark, Deutschland I, Deutschland II, Frankreich, Italien, Japan, Kasachstan, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Russland, Slowakei, Slowenien, Spanien, Südafrika, Tschechien, Ukraine, USA, Weißrussland.

Aktueller Stand im Nations-Cup nach zwei Rennen: 1. Russland (79 Punkte. 2. Niederlande, Belgien (je 59), 4. Deutschland (57).

Nächstes Rennen (21. bis 26. Juli): Tour de l'Abitibiti in Kanada. red