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Lange Strafe ausgesprochen: Vier Jahre Doping-Sperre für Christ

Lange Strafe ausgesprochen : Vier Jahre Doping-Sperre für Christ

Nada veröffentlicht Urteil gegen den Saarbrücker Sprinter. Ob er dagegen vorgehen wird, steht noch nicht fest.

Genau ein Jahr und fünf Monate nach dem positiven Dopingtest bei den deutschen Hallen-Meisterschaften in Leipzig hat die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) das Urteil gegen Sprinter Rouven Christ (damals LAZ Saarbrücken) veröffentlicht – und es könnte härter kaum sein. Einzelschiedsrichter Dr. Tilman Niedermaier hat in seinem Schiedsspruch (DIS SV SP 0816) eine Sperre von vier Jahren sowie die Annullierung aller Medaillen, Punkte und Preise seit dem Dopingtest verhängt. Zudem muss Christ die Kosten des Verfahrens in Höhe von 2452,34 Euro tragen.

 Der Dopingfall Christ hatte bereits im März 2016 für Aufsehen gesorgt. Vor allem weil am 1. Januar 2016 das neue Anti-Doping-Gesetz in Deutschland in Kraft getreten war. Dieses sieht vor, Dopingsünder und ihre Hintermänner gegebenenfalls mit hohen Haftstrafen zu belangen. Die Polizei durchsuchte damals auch das Wohnhaus des heute 29-Jährigen auf der Bellevue in Saarbrücken, das strafrechtliche Verfahren war aus Mangel an Beweisen im Dezember 2016 eingestellt worden  – das sportrechtliche Verfahren nicht.

Denn in Christs Urin waren drei anabole Substanzen festgestellt worden, wie die Nada nun bestätigte: Dehydrochlormethyltestosteron, Stanozolol und Clenbuterol. Ein klarer Verstoß gegen den Anti-Doping-Code, der besagt: „Es ist die persönliche Pflicht eines jeden Athleten, dafür zu sorgen, dass keine verbotenen Substanzen in seinen Körper gelangen.“

Für Lothar Altmeyer, den Präsidenten des Saarländischen Leichtathletik-Bundes (SLB), ist mit dem Schiedsspruch der Fall abgeschlossen: „Stanozolol und Clenbuterol sind sehr bekannt, wurden schon bei Ben Johnson und Katrin Krabbe gefunden. Wenn solche Substanzen in deinem Körper gefunden werden, musst du auch die Konsequenzen dafür tragen.“

 Christ bestreitet Doping, er habe „zu keinem Zeitpunkt Dopingmittel zum Zweck des Dopings im Sport“ eingenommen. Auf die Öffnung der B-Probe, also eine erneute Untersuchung, hatte er aber verzichtet. Das heißt, die Existenz der Substanzen in seinem Urin nicht angezweifelt. Im Vorfeld der Titelkämpfe hatte er auf dem Meldebogen angegeben, ein Eiweißpulver genommen zu haben. „Was genau letztlich passiert ist, wie es dazu kommen konnte, weiß nur der Athlet selbst. Alles andere ist Spekulation“, sagt SLB-Chef Altmeyer, der  fest davon überzeugt ist, „dass das, was wir als SLB in der Prävention tun, ausreichend ist“.

In allen Gesprächen mit Athleten und Trainern werde auf die Null-Toleranz-Politik des Verbandes hingewiesen, auch auf die Eigenverantwortung in dieser Sache. „Aber was der einzelne Athlet im stillen Kämmerlein tut, darauf haben wir keinen Einfluss. Wir können die Sportler ja nicht auf Schritt und Tritt überwachen“, sagt Altmeyer.

Christ selbst, der sich vor der Dopingprobe noch Hoffnung auf eine Teilnahme in der deutschen 4x100-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen in Rio gemacht hatte, hat seine Leichtathletik-Karriere inzwischen beendet und ist als Fitnesstrainer tätig. Seine Trainer-Tätigkeiten beim SLB und seinem damaligen Verein, dem LAZ Saarbrücken, hatte er verloren.

Eine Rückkehr wird es auch nicht geben, sagt Altmeyer: „Die Frage, ob ein Athlet, der als Dopingsünder überführt wurde, bei uns als Trainer arbeiten kann, stellt sich nicht.“ Ob Christ gegen den Schiedsspruch der Nada vorgehen wird, ist noch nicht entschieden. Sein Anwalt Guido Britz will jetzt zunächst die schriftliche Begründung der Nada abwarten.