„Vielleicht ein Dämpfer zur richtigen Zeit“

„Vielleicht ein Dämpfer zur richtigen Zeit“

Ein bisschen arrogant aufgetreten, zu weit weg von den Gegenspielern und die eigenen Chancen nicht genutzt – das waren die Hauptgründe für die 1:2-Niederlage des 1. FC Saarbrücken am Samstag bei Hessen Kassel.

Nach neun Spielen ohne Niederlage in der Fußball-Regionalliga Südwest hat es den 1. FC Saarbrücken am Samstag wieder erwischt. Mit 2:1 (1:0) behielt der KSV Hessen die drei Zähler in Kassel . Was der FCS vor allem im ersten Durchgang anbot, war grausam. "Was war das denn für eine schlechte Leistung?", fragte ein Zuschauer FCS-Trainer Fuat Kilic auf dem Weg in die Kabine, "dafür fahre ich 400 Kilometer".

Der angefressene Übungsleiter ging mit seiner Mannschaft hart ins Gericht. "Wir wollten nur kicken und haben eine gewisse Arroganz auf dem Platz gezeigt, die bestraft wurde", sagte Kilic: "Wir müssen die Grundtugenden wieder an den Tag legen." Kassel war wacher, präsenter in den Zweikämpfen und ging durch einen Flachschuss aus 30 Metern in Führung. "Wir haben viel zu weit von den Gegnern weggestanden", ärgerte sich Kilic über die Situation, in der Innenverteidiger Alexander Hahn das letzte Glied einer Fehlerkette war. Benjamin Girth konnte sich nach drei Minuten unbedrängt drehen und abziehen. "Ich wollte mit aufrücken und sehe den Ball gar nicht", sagte FCS-Torwart David Hohs, der beim Treffer zumindest unglücklich aussah. Wenig später hielt Hohs mit einer reflexartigen Reaktion gegen einen Girth-Schuss aus kurzer Distanz sein Team aber im Spiel.

Nach dem Wechsel war Saarbrücken nicht besser, nur weniger schlecht. Kassels Sebastian Schmeer vergab nach einer Stunde die Chance, den Sack zuzumachen, als er Hohs ausspielte, FCS-Kapitän Jan Fießer dann aber auf der Linie rettete. "Wir müssen nicht eine, wir müssen fünf Schippen drauflegen", schimpfte der Kapitän. Auf der riesigen Spielfläche im Auestadion agierte der FCS meist mit langen Bällen über die Mitte, statt den vorhandenen Raum auf den Flügeln zu nutzen. Aber wie aus dem Nichts fiel der Ausgleich. Nach weitem Schlag von Hohs hatte Dennis Wegner freie Bahn und nutzte dies zum 1:1 (70.). Der FCS hatte nun Oberwasser, doch der eingewechselte Patrick Zoundi (75.) und Sven Sökler (85.) nutzen die Konterchancen nicht. Wobei Zoundi bei seinem Schussversuch klar am Trikot gezogen wurde, Schiedsrichter Florian Steinberg entschied auf Vorteil.

Kassel bestrafte die schlechte Chancenverwertung des FCS in der Nachspielzeit: Torwart Kevin Rauhut schlug den Ball blind nach vorne, Tobias Damm merkte, dass die FCS-Abwehr weit aufgerückt war, und erzielte den 2:1-Siegtreffer. "Da stellen wir uns blöd an", sagte Hohs, "aber vielleicht war es ja ein Dämpfer zur richtigen Zeit".