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Viele Baustellen tun sich nicht auf in Dortmund

Monaco. Der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund steht mit der Aufarbeitung des Bombenanschlags auf seine Profis vor einer schwierigen Aufgabe. Dennoch müssen die Verantwortlichen die Weichen für die Zukunft stellen. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich mit Trainer Thomas Tuchel auf Vertragsgespräche im kommenden Sommer verständigt. Oliver Mucha

Bei den Spielern ist der achtmalige deutsche Meister einen Schritt weiter. Mit Innenverteidiger Ömer Toprak von Bayer Leverkusen (Vertrag bis 2021) und Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud von Borussia Mönchengladbach (Vertrag bis 2022) stehen zwei Neuzugänge fest.

Nach dem großen Umbruch vor der laufenden Saison sollen es viel mehr auch gar nicht werden. "Es wird sicher nicht so viele Aktivitäten wie im letzten Jahr geben. Wir wollen vielleicht noch einen Mentalitätsspieler holen. Die wachsen allerdings auch nicht auf Bäumen", sagte Watzke zuletzt.

Die angekündigte Zurückhaltung könnte auch mit zwei Spielern aus dem aktuellen Aufgebot zusammenhängen. Nuri Sahin und Shinji Kagawa stellten ihre Qualitäten zuletzt eindrucksvoll unter Beweis. Während noch vor wenigen Wochen über einen Abgang der beiden 28 Jahre alten Mittelfeldspieler spekuliert wurde, ist nun sogar eine Verlängerung ihrer bis Juni 2018 laufenden Verträge nicht ausgeschlossen.

Sollten Sahin und Kagawa bleiben, besteht nicht mehr allzu viel Handlungsbedarf. Einzig der Kontrakt von Ersatztorhüter Roman Weidenfeller endet. Daher sieht Watzke die Situation entspannt, auch wenn es immer wieder Wechselgerüchte um Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (Vertrag bis 2020) gibt.

Derzeit ist Trainer Tuchel mit dem Stand der Planungen zufrieden. Mit Dahoud bekommt er das nächste europaweit umworbene Top-Talent. "Ich liebe diesen Spieler. Wir haben sehr lange gebohrt", sagte Tuchel. Toprak bringt viel Erfahrung in die junge Mannschaft und könnte sofort einer der Führungsspieler werden.

Ob Tuchel seinen im Sommer 2018 auslaufen Vertrag vorzeitig verlängert, ist offen. "Fakt ist, dass Thomas Tuchel ein außergewöhnlich guter Trainer ist. Wir müssen aber auch schauen, ob wir uns in der strategischen Ausrichtung des Clubs einig sind, bei kommunikativen Themen, bei tausend Dingen", sagte Watzke zuletzt.