| 00:00 Uhr

Viel zu wenig für das Wunder

Dortmund. Kein Aufbäumen, keine Euphorie, keine Leidenschaft. Im Rückspiel des Champions-League Achtelfinals hat Borussia Dortmund gegen Juventus Turin erschreckend harmlos agiert und am Ende sogar noch drei Tore kassiert. Agentur

Lehrstunde statt Sternstunde: Borussia Dortmund hat sich nach einer enttäuschenden Vorstellung zumindest für eineinhalb Jahre von Europas großer Fußball-Bühne verabschiedet. Der deutsche Vizemeister erlebte nach dem 1:2 im ersten Duell im Achtelfinal-Rückspiel eine 0:3 (0:1)-Pleite gegen Italiens Rekordmeister Juventus Turin und steht international vor einer ungewissen Zukunft.

Carlos Tévez schockte die BVB-Fans unter den 65 851 Zuschauern in der ausverkauften Dortmunder Arena mit einem Distanzschuss bereits in der 3. Minute. Alvaro Morata (70.) und erneut Tévez (79.) beendete schließlich endgültig alle Träume von der dritten Viertelfinal-Teilnahme in Folge.

Die Begegnung begann mit ohrenbetäubenden Anfeuerungsrufen der Fans, die sich auf ein Fußball-Fest mit stürmischen Angriffen der Borussia eingestimmt hatten. Doch das frühe Zeichen setzte Juventus, als Tévez mit dem 1:0. Der Treffer des Argentiniers zeigte Wirkung. Vor dem Halbzeitpfiff erhöhte der BVB mit der lautstarken Unterstützung der Kulisse den Druck. Juve hatte in der Folge einige brisante Strafraumszenen zu überstehen - vorwiegend jedoch nach Standardsituationen. Klare Dortmunder Möglichkeiten blieben in den ersten 45 Minuten aber aus.

Nach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild: der BVB mühte sich, doch die Angriffe verpufften spätestens an der Strafraumgrenze. Morata (50. und 56.) hatte bei Kontern zweimal die Vorentscheidung auf dem Fuß, scheiterte jedoch jeweils an Weidenfeller.

Je mehr die Italiener mit ihrer Erfahrung und ihrem Selbstbewusstsein das Spiel kontrollierten, je mehr schwand der Glaube der Borussen an die Wende. Obwohl der BVB die Gruppenphase als Tabellenführer beendete ließ der Finalist von 2013 die Klasse vorheriger Wettbewerbe vermissen. Dass Kevin Kampl in der 61. Minute mit dem ersten Torschuss des BVB Juves Torwart-Routinier Gianluigi Buffon prüfte, passte ins Bild, ebenso wie das 0:2 ohne Gegenwehr durch Morata. Auch beim 0:3 von Tevez machte die BVB-Defensive keinen guten Eindruck.

Nur Kapitän Mats Hummels vermochte beim Gastgeber zu überzeugen. Juventus hatte im Doppel-Torschützen Tévez und Innenverteidiger Giorgio Chiellini seine besten Akteure.