VfB Differten steigt nach 3:2-Sieg gegen Ratspfuhl in die Bezirksliga auf

Aufstieg perfekt : Differten stürmt in die Bezirksliga

Es war die letzte Aufstiegs-Entscheidung im saarländischen Fußball: Doch umso größer war die Freude bei den Fußballern des VfB Differten. Mit einem 3:2 gegen den FC Rastpfuhl II schafften sie am Samstag den Sprung in die Bezirksliga.

Als Schiedsrichter Uwe Welsch am Samstag um 17.50 Uhr das Aufstiegsspiel zur Bezirksliga zwischen dem VfB Differten und dem FC Rastpfuhl II abpfiff, war es ein emotionaler Moment für alle Beteiligten. Für die enttäuschten Rastpfuhler, die nach der 2:3 (2:2)-Niederlage eine beeindruckende Runde nicht erfolgreich abschließen konnten. Für die glückseligen Differter, die das gesteckte Saisonziel im „Nachsitzen“ nun doch noch erreicht haben. Vor allem aber für VfB-Trainer Jörg Hein, dessen Vater am Tag vor dem Spiel gestorben war und der von den Emotionen hin- und hergerissen war. „Mein Dank geht an die Jungs und alle im Umfeld. Sie haben mich heute glücklich gemacht“, sagte Hein, der mit den Tränen kämpfte.

Schon nach drei Minuten legte Differten vor. Der starke Dirk Schimmelpfennig spielte zu Maik Schmich in den Strafraum. Der legte von der Grundlinie quer – und Cornelius Ignat besorgte frei stehend das 1:0. Rastpfuhls Antwort folgte aber nur vier Minuten später. Nach einem Freistoß irrte Differtens Torwart Yossef Ben Lahbib durch den Strafraum, Sri Tharumakulenthi köpfte über den Schlussmann hinweg zum 1:1 ein.

1000 Zuschauer sahen ein Spiel, in dem beide Teams versuchten, schnell das Mittelfeld zu überbrücken. Das Tempo war hoch, Differten das etwas abgeklärtere Team. Und das konzentriertere. Nach einem Eckball von Schimmelpfennig köpfte der aufgerückte Dennis Ladewig zum 2:1 (16.) ein. Ladewig stand nahezu ungedeckt.

Doch Rastpfuhl kam noch vor der Pause erneut zum Ausgleich. VfB-Torwart Ben Lahbib konnte einen Freistoß von Madoun nicht festhalten, Rafael Penafiel traf aus dem Getümmel zum 2:2 (40.). „Wir haben uns die Gegentore selbst gemacht, das war auch Thema in der Kabine“, sagte Maik Schmich, der in der 70. Minute die Partie entscheiden sollte. Nach einem katastrophalen Fehler im Aufbauspiel der Rastpfuhler war es Schmich, der freie Bahn und die Nerven hatte, das 3:2-Siegtor zu markieren. „Ich bin dennoch nicht der Mann des Spiels, alle haben unglaublich gekämpft. Auch für den Trainer“, sagte Schmich.

Hein wird den VfB trotz des Aufstieges verlassen und kommende Saison den SC Friedrichweiler II trainieren: „Ich glaube, insgesamt war der Sieg verdient, obwohl Rastpfuhl sicher der stärkste Gegner in dieser Saison war“, fand der Trainer.

Kurz vor dem Differter Siegtreffer war Rastpfuhl allerdings selbst dicht dran am Führungstor, als der ansonsten starke Schiedsrichter Welsch den Hauptstädtern einen klaren Elfmeter verweigerte: Jeremy Pahl drang in den Strafraum ein und wurde von Sebastian Schmich zu Fall gebracht. Ausgerechnet Pahl, dessen bevorstehender Wechsel zum 1. FC Saarbrücken II zum Protest des FSV Hemmersdorf und dem zwischenzeitlichen Aus des FC Rastpfuhl II in der Aufstiegsrunde führte.

Größe in der Niederlage zeigte Rastpfuhls Spielertrainer Christoph Müller. „So sind Aufstiegsspiele: Ein schlechter Tag und du bist raus. Bei uns hatten einige die Hosen voll“, sagte Müller. Und weiter: „Ich habe keine Lust mehr auf Aufstiegsspiele. Nächstes Jahr werden wir Meister, oder ich höre auf.“

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