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Verwirrspiel um van Gaal

Louis van Gaal (l.) ist derzeit noch Trainer in Alkmaar. Aus seinem Vertrag könne er ablösefrei zum FC Bayern München wechseln. Das bestätigte Bayern-Manager Uli Hoeneß gestern und nährt damit die Spekulationen, dass der Niederländer kommende Saison in München auf der Bank sitzt. Foto: dpa
Louis van Gaal (l.) ist derzeit noch Trainer in Alkmaar. Aus seinem Vertrag könne er ablösefrei zum FC Bayern München wechseln. Das bestätigte Bayern-Manager Uli Hoeneß gestern und nährt damit die Spekulationen, dass der Niederländer kommende Saison in München auf der Bank sitzt. Foto: dpa
München. Der FC Bayern München steht offenbar vor einer Einigung mit Trainer Louis van Gaal. Der 57 Jahre alte Niederländer soll von Juli an den deutschen Fußball-Rekordmeister übernehmen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe) hat der Clubvorstand einen entsprechenden Beschluss gefasst Von Klaus Bergmann und Christian Kunz (dpa)

München. Der FC Bayern München steht offenbar vor einer Einigung mit Trainer Louis van Gaal. Der 57 Jahre alte Niederländer soll von Juli an den deutschen Fußball-Rekordmeister übernehmen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe) hat der Clubvorstand einen entsprechenden Beschluss gefasst. Wie Bayern-Manager Uli Hoeneß der "SZ" bestätigte, könne van Gaal den neuen niederländischen Meister AZ Alkmaar vorzeitig vor Ablauf seines bis 2010 laufenden Vertrages verlassen: "Wie es aussieht, kommt er da raus, wir müssen keine Ablöse zahlen."


Nur sechs Tage nach der Entlassung von Jürgen Klinsmann scheinen die Bayern in van Gaal bereits den Nachfolger gefunden zu haben. Der frühere Trainer von Ajax Amsterdam und des FC Barcelona soll in München einen Zwei- oder Dreijahresvertrag erhalten, berichtete die "SZ". Den Vertrag wiederum bezeichnete Hoeneß als "Ente". "Es gibt keine Entscheidung. Van Gaal ist einer der Kandidaten, aber es gibt keine Unterschrift und keinen Vertrag", stellte Hoeneß klar. Eine Verpflichtung von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer bezeichnete er dagegen als "eher unwahrscheinlich". Der Bayern-Manager bestätigte zudem das Interesse an Werder Bremens Spielmacher Diego.

"Er ist für uns dann ein Thema, wenn Franck Ribéry wirklich wegginge", sagte Hoeneß. Schon nach dem 2:1-Sieg am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach hatte sich angedeutet, dass Bayern nach dem misslungenen Experiment mit dem Vereins-Novizen Klinsmann zu einem erfahrenen Fußball-Lehrer mit internationalem Renommée tendiert.

"Wenn man sich in Europa den Trend anschaut, dann muss man im Moment feststellen, dass er zu erfahrenen Trainer-Persönlichkeiten geht, die auch zum Teil schon in etwas gesetzterem Alter sind", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und verwies namentlich auf Persönlichkeiten wie Alex Ferguson (67) von Manchester United, Guus Hiddink (62) vom FC Chelsea und Arsène Wenger (59/FC Arsenal).

Dieses Profil würde für van Gaal sprechen und eher gegen den deutlich jüngeren Sammer (41), den Bayern-Präsident Franz Beckenbauer am Wochenende ins Spiel gebracht hatte. Der bisweilen unbequeme van Gaal, der als Nationaltrainer, bei Ajax oder Barça viel erlebt und erreicht hat, wäre keine bequeme Lösung, aber die ist ohnehin nicht angestrebt. "Wir müssen jetzt nicht 'Everybodys Darling' einkaufen", sagte Rummenigge: "Wir suchen einen Mann, der die Erfahrung und die Persönlichkeit hat, diese Mannschaft zu entwickeln." Van Gaal bekundete via "Bild am Sonntag" Interesse: "Bayern hat sich früher mal gemeldet, da habe ich Nein gesagt. Jetzt würde ich Ja sagen."



Hoeneß stellte am Wochenende eine rasche Entscheidung in Aussicht. Schließlich soll der neue Cheftrainer möglichst auch die anstehenden Kaderplanungen mitgestalten können. "Am 31. Mai gehen die Spieler in den Urlaub, bis dahin werden wir einen Trainer präsentieren, damit sie wissen, woran sie sind", kündigte er an. Ex-Bayern-Profi Lothar Matthäus spielt keine Rolle.