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Fußball-Regionalliga Südwest
Verunsicherte Elversberger sind mit wenig zufrieden

Der Elversberger Lukas Kohler (rechts) lässt in dieser Szene den Kasseler Brian Schwechel ins Leere laufen. Die Partie an der Kaiserlinde endete 1:1.
Der Elversberger Lukas Kohler (rechts) lässt in dieser Szene den Kasseler Brian Schwechel ins Leere laufen. Die Partie an der Kaiserlinde endete 1:1. FOTO: Thomas Wieck
Elversberg. Der Fußball-Regionalligist kommt gegen Hessen Kassel nicht über ein 1:1 hinaus. Jetzt ist erst einmal Zeit zum Durchschnaufen. Von Heiko Lehmann

Es gab Fußballspiele in dieser Saison, in denen die SV Elversberg gerade im eigenen Stadion wahre Feuerwerke abgebrannt hat. Aggressives Anlaufen, 90 Minuten Powerfußball und am Ende drei Punkte als Lohn. Aktuell sieht das alles ganz anders aus. Nach der Entlassung von Trainer Karsten Neitzel vor einer Woche war die Verunsicherung in der Mannschaft am Samstag beim 1:1 gegen den bis dato Regionalliga-Letzten Hessen Kassel nahezu in jeder Aktion spürbar.


Die Relegation ist bei elf Punkten Rückstand futsch – und als einzige Saison-Hoffnung bleibt der Gewinn des Saarlandpokals. „Wir haben momentan eine schwierige Situation und sind alle verunsichert. Wir haben auf dem Platz keine Lösungen gefunden“, sagte der Elversberger Torschütze Lukas Kohler.

Vor 718 Zuschauern und bei eisigen Temperaturen sowie starkem Wind fehlte bei der SVE über weite Strecken das Feuer. Anders bei den Gästen aus Kassel. Die kämpfen verbissen gegen den drohenden Abstieg und haben in den vergangenen Wochen auch gegen Topteams der Liga gewinnen können. „Wir hätten hier heute auch gewinnen müssen. Es nervt am Ende, dass es nur ein Punkt wurde“, sagte Kassels Stürmer Sebastian Szimayer.

Die Gäste hatten vor dem Seitenwechsel bereits drei gute Torchancen. Die Elversberger liefen der Musik nur hinterher. Kevin Koffi vergab aus fünf Metern die einzige Elversberger Tormöglichkeit (41.) „Das war heute einfach schwach von uns. Wir haben nicht genug gearbeitet. Ich bin sauer, dass ich so einen Fehler gemacht habe“, sagte SVE-Kapitän Leandro Grech, der für Marco Kofler wieder in der Innenverteidigung stand. In der 57. Minute trat Grech nach einer Flanke in den Fünfmeterraum über den Ball, und Szimayer drückte die Kugel aus drei Metern über die Linie – die hochverdiente Führung für die Gäste.

Wenn den SVE-Fans am Samstag irgendetwas Mut für die kommenden Wochen gemacht haben könnte, dann war es die Reaktion der Mannschaft nach dem Rückstand. Die Spieler wehrten sich gegen die drohende Niederlage und fingen urplötzlich an zu kämpfen. Julius Perstaller spielte den Ball in die Gasse zu Lukas Kohler, und der Außenverteidiger traf aus spitzem Winkel ins lange Eck zum 1:1 (77.). In der 82. Minute hatte Kevin Maek sogar das 2:1 auf dem Kopf, doch der Ball ging einen Meter über das Kasseler Tor.



SVE-Interimstrainer Roland Seitz war angesichts der turbulenten Woche zufrieden mit dem Punktgewinn. „Ich sehe heute nur das Positive, und das ist unsere Reaktion auf den Rückstand. Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, um auf dem Platz viel zu üben und um viel zu reden, damit die Köpfe wieder frei werden“, sagte Seitz, der sich als Sportdirektor bis zum Saisonende Zeit lassen möchte, bis ein neuer Trainer präsentiert wird. Als Kandidaten wurden bereits Jens Kiefer (1. FC Kaiserlautern), Petrik Sander (TuS Koblenz) oder Peter Vollmann (VfR Aalen) ins Gespräch gebracht, aber von Seitz offiziell beantwortet mit: „Wir haben uns noch keine Gedanken gemacht.“

Am kommenden Wochenende ist die SVE spielfrei und muss erst wieder am Mittwoch, 28. März, 18 Uhr im Derby gegen den SV Röchling Völklingen antreten. Als die SV Elversberg vor drei Jahren zum letzten Mal die Relegation verpasste, wurde der damalige Trainer Willi Kronhardt auch vor dem Saisonende entlassen, die Mannschaft fing sich und wurde am Ende Saarlandpokalsieger – ein wenig Hoffnung in einer aktuell schwierigen Zeit beim noch amtierenden Meister.