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Verschwörung um Aufstieg und Stadion

Verschwörung um Aufstieg und Stadion

Wer jetzt nicht an das neue Stadion glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen", sagte Paul Borgard, früher Sportdezernent der Landeshauptstadt, dann über Nacht Präsident des 1. FC Saarbrücken. Der Ausspruch wurde oft belächelt, doch liegt dem Ganzen ein jahrelang ausgeklügelter Plan, ja eine Verschwörung, zugrunde

Wer jetzt nicht an das neue Stadion glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen", sagte Paul Borgard, früher Sportdezernent der Landeshauptstadt, dann über Nacht Präsident des 1. FC Saarbrücken. Der Ausspruch wurde oft belächelt, doch liegt dem Ganzen ein jahrelang ausgeklügelter Plan, ja eine Verschwörung, zugrunde.Der FCS wird am Ende der Saison Dritter und spielt in der Relegation gegen Hansa Rostock. Durch die zusätzlichen Einnahmen ist die von Schatzmeister Dieter Weller angekündigte 18-prozentige Unterdeckung des Etats ausgeglichen. An der Ostsee spielt man 0:0, gewinnt im Ludwigspark durch einen unberechtigten Strafstoß in der 93. Minute, den Markus Fuchs verwandeln wird.

Die berüchtigten Hansa-Fans beginnen nun, den Ludwigspark abzureißen. Peter Becker, der Saarbrücker Polizeichef, schreitet aber nicht ein. Er lässt seine Beamten zu Fuß den Rückzug antreten, damit die Rostocker die abgerissenen Steine auf die Polizeifahrzeuge werfen können. Abriss des Stadions und Abtransport des Bauschutts kosten Verein und Stadt keinen Cent.

Nun rollen die Bagger. Acht Monate dauert die Bauzeit - auch das hat Paul Borgard mal gesagt - sodass man im Weihnachtsgeschäft schon Dauerkarten für die neue Horst-Hinschberger-Arena verkaufen kann. Die Eröffnung gegen Bayern München ist dann am 16. Januar - dem 64. Geburtstag des ehemaligen Sportdirektors Dieter Ferner, der mit Franz Beckenbauer den Anstoß machen wird. Der FCS schlägt Bayern natürlich mit 6:1. Ministerpräsidentin Charlotte Britz und Sportminister Klaus Meiser tanzen im Vip-Bereich den Eröffnungswalzer. Es wird so kommen. Denn wie sagt Präsident Borgard immer: "Gehen Sie davon aus."