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Verschärfte Corona-Regeln treffen auch die saarländischen Topvereine

Topvereine im Saarland : Ringer vor Abbruch, Unklarheit bei Turnern, Pause im Badminton

Was nach den verschärften Corona-Regeln nun auf die saarländischen Topvereine in den einzelnen Sportarten zukommt.

Der Amateursport in Deutschland soll pausieren, der Profisport darf vorerst weitermachen. Nur: Wer ist Amateur und wer Profi? Und wie gehen die Spitzenvereine im Saarland mit der neuen Situation um? Die SZ gibt einen Überblick über die Topvereine und ihre Sportarten.

Badminton

Der Deutsche Badminton-Ligaverband (DBLV) setzt wegen der Corona-Pandemie mindestens bis zum Ende des Jahres den Spielbetrieb in der 1. und 2. Bundesliga aus. Das teilte der DBLV mit. „Aufgrund der aktuell schnell steigenden Covid-19-Infektionszahlen, die eine zuverlässige Prognose über den weiteren Verlauf der Pandemie unmöglich machen“, sehe sich der Verband zu diesem Schritt gezwungen: „Oberste Priorität hat die höchstmögliche Chancengleichheit. Ziel ist die Ermittlung von Meistern und Absteigern in allen Bundesligen, insbesondere des deutschen Mannschaftsmeisters 2021“, teilte der DBLV weiter mit. Der 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim ist mit zwei Mannschaften betroffen – die Erste ist Tabellenführer der 1. Liga, die Zweite belegt Platz zwei in der 2. Liga Süd.

Basketball

Nach den Corona-Beschlüssen der Politik finden von Montag an bis auf weiteres keine Basketball-Spiele unterhalb der 2. Ligen mehr statt. Der Deutsche Basketball-Bund machte am Donnerstag in einer Mitteilung deutlich, dass unter den Bereich Profisport nur die Bundesliga, die Pro A und Pro B bei den Herren sowie die 1. und 2. Liga bei den Damen fallen. Für die Saarlouis Royals und die Dillingen Diamonds geht es damit vorerst weiter. Die Partien finden aber ohne Zuschauer statt.

Handball

Die Männer der HG Saarlouis und die Frauen der HSG Marpingen-Alsweiler bangen: Wie es in der 3. Liga nach diesem Wochenende weitergeht, ist noch unklar. Der Deutsche Handball-Bund hat die Vereine informiert, dass Anfang der neuen Woche eruiert wird, ob die 3. Liga als Profi- oder Amateursport eingeordnet wird. Je nach Einordnung wird dann entschieden, ob es eine „Zwangspause“ gibt oder ob die Spiele ohne Zuschauer weiter ausgetragen werden können. „Die 3. Liga ist eine Semi-Profi-Liga und zählt damit nach unserer aktuellen Einschätzung zum Profisport“, sagt Mathias Ecker, der sportliche Leiter der HG Saarlouis: „Wir gehen damit fest von einer Fortsetzung des Spielbetriebes aus, zumal in den anderen Staffeln – gerade Nord-West und Nord-Ost – die meisten Spiele normal stattfinden.“

Ringen

Die Ringer-Bundesliga steht vor einem Abbruch. Die nach etlichen Rück­zügen anderer Teams noch verbliebenen elf Vereine müssen bis zu diesem Freitag entscheiden, ob sie die Saison fortsetzen wollen und unter welchen Bedingungen. Das sagte Florian Geiger, der für die Bundesliga zuständige Vizepräsident des Deutschen Ringer-Bundes (DRB).

Drei Varianten gibt es: Entweder wird die Saison sofort abgebrochen. Oder es wird weiter gerungen, für mindestens den ganzen November aber ohne Zuschauer. Oder aber die Saison wird für vier Wochen unterbrochen in der Hoffnung, danach dann wieder mit Zuschauern weitermachen zu können.

„Die Hallen sind geschlossen, es gibt keine Trainingsmöglichkeiten“, sagt Thomas Geid, Mannschaftsverantwortlicher beim KSV Köllerbach, „dennoch sind wir grundsätzlich für eine Fortsetzung im Dezember.“ Die anderen saarländischen Bundesligisten haben zurückgezogen (ASV Hüttigweiler, KV Riegelsberg) oder sind erst gar nicht in die Saison gestartet (AC Heusweiler).

Am Dienstag hatte sich beim KSV Köllerbach ein Sportler mit einem positiven Testergebnis gemeldet. „Alle, die mit dem Sportler am letzten Samstag im gleichen Bus zum Kampf nach Reilingen gefahren sind, wurden getestet“, sagt Geid, „auch der Gegner, bei dem sich keine Ansteckung ergeben hat.“ Die Ergebnisse der Mitfahrer lagen noch nicht vor, Geid selbst wurde negativ getestet. Dennoch wurde für alle Beteiligten eine Quarantäne verordnet.

Tischtennis

Die Deutsche Tischtennis-Bundesliga (DTTL) will ihren Spielbetrieb vorerst wie geplant fortsetzen. Einzige Einschränkung: Im November werden keine Zuschauer zugelassen. Der 1. FC Saarbrücken bestreitet sein nächstes Heimspiel erst am 1. Dezember um 19 Uhr in der Joachim-Deckarm-Halle gegen den TTC Grenzau. Die neue Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gilt bis zum 30. November.

Turnen

Den Turnern der TG Saar lagen am Donnerstag noch keine offiziellen Informationen über die Vorgehensweise der Deutschen Turn-Liga (DTL) vor. Eigentlich würde die TG Saar am 21. November ihr Halbfinale (ein eigentlich vorweggenommenes Finale) gegen den KTV Straubenhardt in Dillingen austragen. Die DTL schrieb, die weitreichenden Beschränkungen würden „eine Aufrechterhaltung des Trainingsbetriebs bei den meisten Clubs als zweifelhaft“ erscheinen lassen. DTL-Präsident Jens-Uwe Kunze sagte: „Wir werden in enger Abstimmung mit den Abteilungen zeitnah eine Entscheidung herbeiführen, ob ein Festhalten am Ligabetrieb 2020 noch sinnvoll ist.“

Volleyball

Die Verantwortlichen des TV Bliesen gingen am Donnerstag noch davon aus, dass der Männer-Zweitligist an diesem Samstag um 19 Uhr sein Heimspiel gegen die TGM Mainz-Gonsenheim im Sportzentrum St. Wendel bestreiten wird. Die Frauen des TV Holz spielen am Sonntag (16 Uhr) in der 2. Liga Süd bei der TG Bad Soden.

Der Spielbetrieb in allen 3. Ligen und Regionalligen ist bereits ab sofort ausgesetzt. Diese Entscheidung teilte der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) mit. Damit entfallen bereits an diesem Wochenende alle angesetzten Spieltage. Aus dem Saarland sind die Frauen des SSC Freisen, des TV Lebach und der VSG Saarlouis betroffen.