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Verletzung von Rolfes schockt Löw

Verletzung von Rolfes schockt Löw

Stuttgart. Bundestrainer Joachim Löw hatte gerade im Kreise der Nationalspieler den WM-Startschuss gegeben - schon steht der erste seiner 33 Kandidaten vor dem Aus für Südafrika

Stuttgart. Bundestrainer Joachim Löw hatte gerade im Kreise der Nationalspieler den WM-Startschuss gegeben - schon steht der erste seiner 33 Kandidaten vor dem Aus für Südafrika. Die Knieverletzung von Pechvogel Simon Rolfes ist nicht nur ein Rückschlag für Bayer Leverkusen im Bundesliga-Titelkampf, sondern überschattete auch das erste Treffen der Fußball-Nationalmannschaft im Weltmeisterschafts-Jahr. "Die Betroffenheit war bei allen sehr groß", berichtete Teammanager Oliver Bierhoff gestern in Stuttgart - da war der 28 Jahre alte Rolfes bereits in Augsburg wegen eines Knorpelschadens operiert worden.

Löw trifft der Rolfes-Schock wenige Tage nach der Ausmusterung von Torsten Frings (Werder Bremen) und wegen der Reservistenrolle von Thomas Hitzlsperger beim VfB Stuttgart empfindlich - die deutsche Auswahl hat 138 Tage vor dem ersten WM-Spiel gegen Australien ein Problem im defensiven Mittelfeld. Die Knieblessur wird Bayer-Kapitän Rolfes lange außer Gefecht setzen, womöglich sogar für den Rest der Saison. "Mit der WM wird es nun schwierig werden", sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler.

Im Quartier des Deutschen Fußball-Bundes wurde gestern vor dem Abschluss der Leistungstests und der Werbeaktivitäten für Top-Sponsoren das Prinzip Hoffnung beschworen. "Man sollte ihn nicht schon abschreiben, sondern die Daumen drücken", erklärte Bierhoff. Löws Betroffenheit war nicht nur wegen des Mitgefühls für Rolfes verständlich: Fünf Wochen vor dem ersten Länderspiel des Jahres am 3. März in München gegen Argentinien ist die Fahndung nach dem optimalen Partner von Kapitän Michael Ballack auf der Sechser-Position zur größten Baustelle in der DFB-Elf geworden.

Der Anreiz Südafrika war bei den zweitägigen Werbeaufnahmen und Fitness-Tests trotz des Mitgefühls für Rolfes ständig präsent. "Der sportliche Aspekt war in den zwei Tagen nicht so wichtig, aber es war dennoch schön zu sehen: Jeder wollte hier sein. Für viele Spieler ist der WM-Startschuss in den Köpfen gefallen", sagte Bierhoff. Statt auf dem Fußballplatz konkurrierten Bastian Schweinsteiger & Co. beim Sprungkrafttest und Ausdauerläufen. "Der Leistungstest ist wichtig, um zu sehen, in welcher Verfassung die Spieler sind. Mit den Daten können wir die Spieler auch auf mögliche Probleme hinweisen", hob Löw hervor. "Ausdauer hat eine besondere Bedeutung bei Turniersituationen", ergänzte Tim Meyer aus Saarbrücken, Mannschaftsarzt der Nationalmannschaft als Testleiter.