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Verletzung von Höwedes trübt die Stimmung auf Schalke

Verletzung von Höwedes trübt die Stimmung auf Schalke

Die Enttäuschung nach dem 1:3 in Madrid war nicht allzu groß, denn Schalkes Abschied aus dieser Champions League stand ja schon nach dem Hinspiel fest. Doch die Verletzung von Benedikt Höwedes ist ein neuer Nackenschlag.

Der beste Schalker ging als einziger Profi in die Kurve des riesigen Bernabeu-Stadions. Als die Mitspieler schon in den Katakomben verschwunden waren, erhob Torhüter Ralf Fährmann klatschend die Hände, um den mehr als 5000 mitgereisten Fans für ihre tolle Unterstützung zu danken. "Ich hoffe sehr, dass wir uns auch für die kommende Champions-League-Saison qualifizieren. Vielleicht gibt es für uns ja dann schon die Chance, noch einmal gegen Real zu spielen und es dann besser zu machen", sagte der 25-Jährige, der sein Team am Dienstagabend fast im Alleingang beim 1:3 (1:1) im Achtelfinal-Rückspiel bei Real Madrid eine ähnliche Demütigung ersparte wie beim ersten Duell auf Schalke (1:6).

Neben dem Torhüter, dem Trainer Jens Keller gegen Cristiano Ronaldo und Co. zu Recht "eine Weltklasseleistung" bescheinigte, fielen in Max Meyer und Kaan Ayhan zwei weitere Talente aus der Knappenschmiede durch engagierte Vorstellungen auf. "Im Bernabeu aufzulaufen, war immer ein Kindheitstraum von mir. Ich wusste, dass ich nicht viel verlieren kann und habe alles andere ausgeblendet", betonte der 19 Jahre alte Kaan Ayhan. Der erstmals in der Startelf aufgebotenen Defensivspieler war einer von acht Profis, die in der eigenen Nachwuchsabteilung ausgebildet wurden. "Das ist schon außergewöhnlich", sagte Ayhaan: "Darauf kann der ganze Club stolz sein."

Ist er auch - und das zurecht. Gleichwohl muss konstatiert werden, dass dem um die "Zukäufe" Klaas-Jan Huntelaar, Chinedu Obasi und Roman Neustädter ergänzte Knappen-Team noch die Klasse fehlt, ein Starensemble wie Madrid in zwei Spielen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Zu allem Überfluss wird in den nächsten Wochen noch mehr Qualität fehlen. Kapitän Benedikt Höwedes musste nach einer Stunde mit einem Muskelfaserriss vom Feld - der dritte in drei Monaten. "Eine Katastrophe", sagte Sportvorstand Horst Heldt: "Jetzt stehen neun Spieler auf der Ausfallliste. Wahnsinn, was wir alles verkraften müssen." Höwedes hatte gerade erst einen Muskelfaserriss auskuriert und war vor zweieinhalb Wochen ins Team zurückgekehrt.