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Vereine im Saarfußball sollen Mitspracherecht bei Fortsetzung der Saison haben

Vorzeitige Winterpause im Saarfußball : Vereine sollen Mitspracherecht haben

Saarländischer Fußballverband hat wie erwartet den Spielbetrieb weiter ausgesetzt – bis mindestens 15. Januar 2021.

Statt auf Tabellen und Ergebnisse blickten die saarländischen Fußballer, Vereins- und Verbandsfunktionäre in den letzten Wochen auf Corona-Fallzahlen und Ausweisungen der Risikogebiete. Nachdem die Corona-Pandemie und das einhergehende Amateur-Sportverbot den Saarfußball zur erneuten Zwangspause verdonnert hatten, verfolgten alle Beteiligten mit banger Miene die Entwicklung der „zweiten Welle“.

Dass in diesem Jahr noch einmal der Ball rollen würde, wurde immer unwahrscheinlicher. Seit Mittwochabend herrscht nun Gewissheit, dass der Saar-Fußball eine weitere Runde im Kampf um die von allen gewünschte schnelle Rückkehr zur Normalität verloren hat. Auf seiner Vorstandssitzung hat der Saarländische Fußballverband (SFV) offiziell die Winterpause eingeläutet (wir berichteten). Der Spielbetrieb ist bis zum 15. Januar 2021 ausgesetzt. Bis zu diesem Datum dürfen weder Liga- noch Freundschaftsspiele ausgetragen werden. Erlaubt die Politik aber bereits vor diesem Datum wieder einen Trainingsbetrieb, dürften die Vereine diesen aufnehmen.

Mit der Winterpause wächst auch der „Pausenrückstand“ der Vereine. Eigentlich sollten vor Weihnachten in den Klassen mit 16 Mannschaften zwölf Spieltage über die Bühne gegangen sein – die meisten Clubs haben aber erst sechs oder sieben Partien bestritten.

Wie es im neuen Jahr weitergehen soll, darüber beriet der Verband am Mittwoch ebenfalls. „Unser Ziel bleibt die Durchführung einer vollständigen Spielrunde, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten“, sagt SFV-Präsident Heribert Ohlmann. Eigentlich soll die Rückrunde am 21. Februar starten. Dieser Start könnte eine Woche vorgezogen werden. Auch deshalb wurde der 15. Januar 2021 als Enddatum der Aussetzung des Spielbetriebs ausgewählt. „Wir wollen den Vereinen in jedem Fall vier Wochen Vorlaufzeit zum trainieren geben, bevor wieder Ligaspiele stattfinden“, erklärt der Verbandsspielausschuss-Vorsitzende Josef Kreis.

Die weiteren Nachhol-Begegnungen könnten an Mittwochs-Spieltagen ausgetragen werden – oder die Saison könnte (bis maximal 30. Juni) nach hinten verlängert werden. Ursprünglich soll der letzte Spieltag am 30. Mai über die Bühne gehen. Sollte im Februar nicht gespielt werden können, hat der Verband alternative Gestaltungen des Spielbetriebs ausgearbeitet. Wie diese aussehen, wollte Kreis nicht verraten: „Wir wollen die Modelle erst am 28. November mit den Klassenleitern besprechen. Danach werden wir Details preisgeben.“ Die sollen die Clubs bei mehreren Videokonferenzen erfahren. „Dort wollen wir uns ein Meinungsbild von den Vereinen einholen. Sie sollen ein Mitspracherecht haben“, erklärt Kreis.

Möglich wäre nach SZ-Informationen, dass die Mannschaften in den einzelnen Ligen nach der Hinrunde in eine Auf- und Abstiegsrunde eingeteilt werden. In den Spielklassen mit 16 Clubs müssten dann nur 22 statt 30 Spieltage ausgetragen werden. Noch weniger Spieltage sähe das Modell vor, nur die Hinrunde zu Ende zu spielen.

Am Mittwoch entschieden auch der Fußballverband Rheinland und der Südwestdeutsche Fußballverband, den Spielbetrieb bis 15. Januar 2021 auszusetzen. Am Donnerstag verkündete der Fußball-Regionalverband (FRV) Südwest dieselbe Entscheidung. Der FVR ist für den Spielbetrieb in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, der Frauen-Regionalliga und den Jugend-Regionalligen zuständig. Hier gibt es aber einen Unterschied. In einer Mitteilung erklärt der Regionalverband: „Sobald Spiel- und Trainingsbetrieb nach staatlichen Verfügungen rechtlich zugelassen sind, wird der Spielbetrieb nach rechtzeitiger Information der Vereine fortgesetzt.“ Ursprünglich sollte die Rückrunde der Oberliga, in der 24 Vereine vertreten sind, am 6. Februar 2021 starten. Die Frauen-Regionalliga würde nach der ursprünglichen Planung am 28. Februar mit der zweiten Saisonhälfte beginnen – ebenso wie die Jugend-Regionalligen.