Verbandsmeisterschaft für Islandpferde beim Reit- und Fahrverein Saarwellingen

Island : „Die haben einfach einen tollen Charakter“

In Saarwellingen fanden die Verbandsmeister-schaften für eine ganz besondere Pferde-Art statt: die Isländer. Eine Lokalmatadorin räumt dabei kräftig ab.

Versiert hält Moderatorin Rike Wolf am späten Sonntagvormittag die Starterinnen und Starter in zwei Altersklassen im 100 Meter Speedpass im Blick. Die weiße Fahne signalisiert den Start, die grünen Fahnen der Richter am Rand der Bahn zeigen, dass der Lauf gültig ist – bei einer roten Fahne, die es zu sehen gibt, wenn das Pferd die Gangart ändert, gilt der Starter als disqualifiziert.

Es ist sonnig und richtig warm auf dem Reitgelände „Auf der Höh“ in Saarwellingen – Wettkampf-Atmosphäre liegt in der Luft. So wie vor exakt 40 Jahren, als das Reitgelände am Ortsausgang von Saarwellingen Richtung Schwarzenholz eröffnet wurde. Vier Mitglieder, die maßgeblich an der Erfolgsgeschichte beteiligt waren und das Reitgelände zu einem der schönsten im Südwesten gemacht haben, werden im feierlichen Rahmen auf der Bahn durch den Vorsitzenden, Norbert Keusch geehrt: Erich Mußler, Berndfried Ladwein, Josef Nalbach und Maria Meyer sind ab sofort Ehrenmitglieder des Vereins.

Der Reit- und Fahrverein Saarwellingen hat zum Jubiläum am Wochenende zu den Landesverbandsmeisterschaften der Islandpferde eingeladen. 280 Starter, berichtet Petra Reinert vom Orgateam, haben an den drei Tagen in den unterschiedlichsten Prüfungen um wertvolle Punkte zur Qualifikation um die deutschen Meisterschaften gekämpft. Um das alles möglich zu machen, sagt sie, sind gut 50 Helfer aus dem Verein rund um die Uhr im Einsatz. „Aufgebaut haben wir bereits am Mittwoch, am Donnerstag war die Anreise, und seit Freitagmorgen laufen die Wettkämpfe“, erzählt sie.

Zu sehen gibt es an den drei Tagen allerhand – und das bei freiem Eintritt. Die Islandpferde bestechen vor allem durch ihre fünf Gangarten, die sie in den Wettkämpfen präsentieren. Die jüngsten Starter, sagt Petra Reinert, waren gerade mal sieben Jahre alt, sie selbst mit knapp 60 Jahren war eine der ältesten Teilnehmerinnen. Von Jugend an ist sie den Isländern verfallen. „Diese Pferde haben einfach einen ganz tollen Charakter und ich mag die fünf Gangarten.“ Neben Schritt, Trab und Galopp beherrschen Isländer auch noch den Tölt und oft auch den Rennpass.

Ihre Liebe zu den Pferden hat sie ihrer Tochter Katrin Reinert in die Wiege gelegt. „Ich bin schon geritten, da konnte ich gerade laufen“, berichtet Katrin in einer kleinen Verschnaufpause. Gerade hat sie die Meisterprüfung im 100 Meter Speedpass gewonnen. Sie zeigt eindrucksvoll das Zusammenspiel zwischen Pferd und Reiter. Die Islandpferde schwitzen mit ihren Reitern um die Wette. „Das Wetter strengt uns beide an, da muss man einfach noch mehr darauf achten, dass immer genügend Wasser da ist“, sagt die erfahrene Reiterin. Die routinierte Teilnehmerin vom Hof Ruwerbach in Weierweiler, die für den Reit- und Fahrverein Saarwellingen startet, hat schon viel Turniererfahrung, war auch schon bei zahlreichen nationalen Meisterschaften erfolgreich, träumt von der Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Mit ihrer Noi vom Mönchhof geht sie beim Speedpass als klare Siegerin hervor. Und sie kann quasi auf dem obersten Siegerpodest stehen bleiben, denn sie hat auch den Wettkampf Gehorsam Kür gewonnen und wird zudem mit dem Förderpreis ausgezeichnet. Auch am Sonntagnachmittag ist sie erneut gefragt. „Wir sind mit fünf Pferden angereist. Um vorne mitmischen zu können, braucht es in den verschiedenen Wettkämpfen unterschiedliche Pferde“, sagt Petra Reinert.

Während sie sich eine kurze Stärkung vor den Finals am Sonntagnachmittag gönnt, präpariert der Vorsitzende Nobert Keusch noch einmal die Bahn. „Ich bin rundum zufrieden mit der Veranstaltung, Das Wetter ist klasse, die Leute sind gut gelaunt und haben ihren Spaß. Was will man mehr?“, sagt er.

Die Ergebnisse der Verbandsmeisterschaften gibt es im Internet unter www.ipzv.de oder www.rufvs.de

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