Verbandsjugendleiter wehrt sich gegen scharfe Angriffe von "Vereine vor"

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball : Verbandsjugendleiter wehrt sich gegen scharfe Angriffe

Oppositions-Gruppe „Vereine vor“ erhebt schwere Vorwürfe und spricht von „unzumutbaren Zuständen“. SFV-Funktionär Bommer kündigt Rückzug an.

Der Ton im Kampf um die künftige Führung des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) wird schärfer. Zwar hatte Christoph Kleinz aus der Oppositions-Gruppe „Vereine vor“ betont, man wolle überzeugen, „ohne dreckige Wäsche zu waschen und ohne Schuldzuweisungen. Einfach nur eine Verbesserung vorschlagen“. Aber jetzt hat der im Team um den ehemaligen Regierungssprecher Thorsten Klein als neuer Jugendleiter vorgesehene Hans-Josef Louia nun doch massive Vorwürfe gegen den Verband erhoben.

„Ich bin seit mehr als 26 Jahren Mitarbeiter des SFV, davon mehr als 19 Jahre im Verbandsjugendausschuss (VJA), zehn Jahre lang war ich Kreisjugendleiter Westsaar. Seit neun Jahren bin ich Organisationsleiter im VJA. Das waren viele gute Jahre, aber die letzten Jahre ist es immer schlimmer geworden“, sagt der 66-Jährige vom TuS Beaumarais: „Die Zusammenarbeit im Verbandsjugendausschuss ist für die Mehrheit seiner Mitglieder inzwischen unzumutbar geworden. Es werden einfach nicht mehr alle mit ins Boot genommen. Was für den einen Kreis gilt, gilt für den anderen noch lange nicht. Da wird nicht mehr nach Satzung gehandelt.“

Die Verschlechterung sei nach dem letzten Verbandstag eingetreten. „Unter dem früheren Jugendleiter Hans Peter Becker hatten wir jeden Monat eine Sitzung – in diesem Jahr bislang zwei und zu der nächsten am 5. August bin ich schon nicht mehr eingeladen. Da werden demokratische Werte einfach außer Acht gelassen“, sagt Louia: „Unser Ziel ist es, dass die Mitarbeit im Verband wieder Spaß macht.“

Der amtierende Verbandsjugendleiter Rainer Bommer nimmt die Kritik an, erklärt aber auch gleichzeitig, warum Dinge so gelaufen sind. „Sitzungstermine werden in den Sitzungen festgelegt. Gibt es keinen Bedarf an einer Sitzung, muss man die Leute auch nicht zusammentrommeln, zumal man mit modernen Kommunikationsmitteln Dinge auch anders besprechen kann“, erläutert Bommer. Es habe in der jüngeren Vergangenheit „zwischenmenschlich einfach nicht gepasst. Ich habe Respekt davor, dass es andere Meinungen gibt und andere Philosophien.“ Den Vorwurf der Ungleichbehandlung weist er anhand eines Beispiels zurück: „Wir haben es ermöglicht, dass in der untersten Jugendspielklasse zwei Mannschaften des gleichen Vereins antreten dürfen. Damit wollten wir unnötig weite Fahrten verhindern. In einem Kreis wird diese Möglichkeit umgesetzt, im anderen nicht. Aber die Kreise entscheiden selbstständig über ihren Spielbetrieb.“

Bommer wird – egal, wer künftig die Geschicke des SFV lenken wird – nicht mehr dem Vorstand angehören. „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich habe nicht mehr das Gefühl, die Leute zu erreichen“, sagt der Noch-Verbandsjugendleiter: „Es ist ein Ehrenamt. Da sollten die Momente, in denen es Spaß macht, diejenigen überwiegen, in denen das nicht der Fall ist.“

Wer sein Amt übernimmt, ist offen. Das amtierende Präsidium, aus dem SFV-Vize und LSVS-Präsident Adrian Zöhler antreten wird, würde natürlich Gespräche mit geeigneten Kandidaten führen. Spruchreif sei allerdings noch nichts. „Egal wann der Verbandstag stattfindet, ich werde meine Amtsgeschäfte bis zum letzten Tag nach bestem Wissen und Gewissen führen“, sagt Bommer: „Danach ist Schluss.“