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Verband weist Anschuldigungen zurück

Verband weist Anschuldigungen zurück

Frankfurt. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat den Vorwurf der Doping-Verschleierung weit von sich gewiesen und geht nach den Anschuldigungen des Amateur-Fahrers Philip Schulz (Foto: SZ) in die Offensive

Frankfurt. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat den Vorwurf der Doping-Verschleierung weit von sich gewiesen und geht nach den Anschuldigungen des Amateur-Fahrers Philip Schulz (Foto: SZ) in die Offensive. Nachdem der rheinland-pfälzische Landesmeister einen Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle indirekt der Mittäterschaft bezichtigt hatte, prüft der Verband rechtliche Schritte gegen Schulz.

"Es gibt dafür keinen einzigen Anhaltspunkt. Die damit befassten Mitarbeiter sagen alle: Nein, unter keinen Umständen", erklärte BDR-Präsident Rudolf Scharping. Schulz' Schilderungen im WDR-Magazin "Sport Inside" und in der ARD-Sportschau, ein Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle habe einem positiv getesteten Radsportler empfohlen, "sich ein Attest auf Hodenkrebs zu besorgen, um so einer Dopingstrafe zu entgehen", seien falsch, erklärte der BDR. Dass die Verbandsspitze die Vorwürfe ernst nimmt, zeigte sich gestern, als alle mit dem Thema befassten Mitarbeiter befragt wurden. Allerdings soll es laut ARD einen zweiten Zeugen dafür geben, dass ein 2007 positiv auf das Hormon hCG getesteter Radfahrer von einem Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle aufgefordert worden sei, "sich einen Befund über Hodenkrebs" zu besorgen. "Wenn es stimmt, ist es ein Skandal", sagte der Vorsitzende des BDR-Bundessportgerichts, Peter Barth. Er hatte Schulz, der beim Bundeskriminalamt eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz eingereicht hat und bereits vernommen wurde, nach dessen positiven A- und B-Proben auf das Amphetamin Boldenen vom 4. Mai 2008 für zwei Jahre bis zum 18. November 2010 gesperrt.

Schulz will indes als erster Amateur-Fahrer in den Genuss der Kronzeugenregelung kommen und hofft - wie bei den Profis Patrik Sinkewitz und Jörg Jaksche - auf eine Halbierung seiner Sperre. "Wir haben Revision beim BDR-Bundesrechtsausschuss eingelegt", sagte Schulz-Anwalt Marius Breucker. In der Begründung hat Schulz offenbar zwei andere Sportler namentlich beschuldigt. In "Sport Inside" sagte er, dass Doping nicht nur ein Problem des Profi-Bereichs sei: "Mir war nicht klar, dass im Amateurbereich die komplette Palette vorhanden ist." dpa