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Uruguay gegen Ghana: "Es wird ein geiles Spiel"

Uruguay gegen Ghana: "Es wird ein geiles Spiel"

Saarbrücken. "Es ist einfach schade, dass für eine der beiden Mannschaften am Freitagabend die WM vorbei ist. Sowohl Uruguay als auch Ghana stehen zurecht im Viertelfinale. Beide haben mich positiv überrascht und hätten ein Weiterkommen verdient

Saarbrücken. "Es ist einfach schade, dass für eine der beiden Mannschaften am Freitagabend die WM vorbei ist. Sowohl Uruguay als auch Ghana stehen zurecht im Viertelfinale. Beide haben mich positiv überrascht und hätten ein Weiterkommen verdient." Der Mann, der dies sagt, kennt den afrikanischen Fußball aus dem Effeff: Winfried Schäfer (Foto: dpa), von 2001 bis 2004 Nationaltrainer Kameruns.

Mit einem 2:1 nach Verlängerung gegen die USA kämpfte sich Ghana ins Viertelfinale. Dort trifft es heute (20.30 Uhr/RTL) auf Uruguay. "Die ,Urus' haben lange im langen Schatten von Brasilien und Argentinien gestanden. Bei dieser WM hat Uruguay einen Schub erlebt. Mit Diego Forlan hat es einen Spieler mit Torqualitäten. Er allein kann ein Team zum Sieg führen. Und nicht zu vergessen: Sie haben ja auch noch Stürmer-Star Luis Suárez."

Für den 60-jährigen Schäfer steht fest: "Diese Partie geht in die Verlängerung." Damit noch nicht genug. Er rechnet mit einem Elfmeterschießen. Wer als Sieger hervorgeht, lässt er offen: "Es wird ein geiles Spiel."

Ghanas Nationalelf sieht Schäfer als "Englisch geprägt. Was aber nicht heißt, dass sie Englisch spielen. Dank eines guten Trainers herrscht Ordnung und Disziplin. Und sie verinnerlichen ein fast perfektes Spielsystem". Er erinnert an die vielen Talente, die im vergangenen Oktober U20-Weltmeister geworden waren: "In dieser Mannschaft steckt noch viel Potenzial."

Davon ist seine Ex-Mannschaft weit weg. Mit drei Niederlagen in der Gruppenphase ist Kamerun die schlechteste der sechs afrikanischen Mannschaften, die bei der WM am Start waren. Für Schäfer war klar, dass Kamerun nicht viel reißen würde. "Zu groß waren die Probleme zwischen dem französischen Trainer Paul Le Guen und der Mannschaft, in der noch sechs Spieler aus meiner Zeit sind. Die Mischung zwischen erfahrenen Akteuren und Talenten stimmt einfach nicht. Und ein Weltklasse-Spieler wie Samuel Eto'o macht da allein auch nichts." Schäfers Erkenntnis: "Kamerun hat es über lange Zeit versäumt, sich um den Nachwuchs zu kümmern, junge, talentierte Spieler aufzubauen."

Die größte Enttäuschung unter Afrikas Mannschaften ist für Schäfer die Elfenbeinküste. "Sie stand bei mir hoch im Kurs und hat mich dann sehr enttäuscht. Dabei hat diese Mannschaft die besten Einzelspieler aller Afrika-Mannschaften und ist auch das europäischste der Afrika-Teams. Doch die Männer um Didier Drogba haben nicht den afrikanischen Fußball gespielt, den sie spielen können. So haben sie beim 1:3 gegen Brasilien ihre Stärke, die Kreativität, aus dem Spiel genommen. Oft hat auch die Ordnung innerhalb der Mannschaft gefehlt und es gab Abstimmungsprobleme. Die größte Schande für mich aber war, dass die Spieler der Elfenbeinküste versucht haben, die Brasilianer mit üblen Fouls auszuschalten. Das ist nicht der Fußball, den die Afrikaner spielen."

Gastgeber Südafrika hatte der ehemalige Bundesliga-Trainer gerne im Achtelfinale gesehen. Doch die Nationalmannschaft sei noch nicht WM-reif gewesen.

auf einen blick

Nach seinem Siegtor im Achtelfinale gegen die USA (2:1) war er der glücklichste Mann der Welt. Gegen Uruguay soll Asamoah Gyan Ghana in den Fußball-Himmel schießen. Drei Tore hat der Stürmer des französischen Erstligisten Stade Rennes bei der WM erzielt. Er wird schon in einem Atemzug mit Lionel Messi oder Gonzalo Higuaín genannt. "Das freut mich natürlich, mit den besten Stürmern der Welt verglichen zu werden. Bislang lief es tatsächlich ganz gut für mich", sagte er vor dem Viertelfinale gegen Uruguay. Ghana vertritt heute (20.30 Uhr/ARD) einen ganzen Kontinent. "Wir haben so hart dafür gearbeitet. Wir kämpfen für ganz Afrika und müssen unser Herz auf dem Platz lassen", sagte Gyan. dpa