Unverständnis für Bouillon nach Kritik an Fanprojekt "Innwurf" Saarbrücken

Fanprojekt „Innwurf“ in Saarbrücken : Viel Unverständnis für Bouillon

Innenminister wird wegen Äußerungen zu Saarbrücker Fanprojekt „Innwurf“ von vielen Seiten kritisiert. Gewerkschaft der Polizei ist „verwundert“.

Für seine Äußerungen zum Saarbrücker Fanprojekt „Innwurf“ hat der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) von Polizei, SPD und Linken Gegenwind bekommen. Bouillon hatte am Samstag während des Saarderbys zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem FC Homburg den Dialog mit den Fußballfans für gescheitert erklärt (wir berichteten). Die Fördermittel für „Innwurf“ in Höhe von 200 000 Euro – 30 000 davon stellt das Saarland bereit – bezeichnete Bouillon als hinausgeworfenes Geld und verwies in seiner Begründung auf Zwischenfälle während der Regionalliga-Begegnung zwischen Waldhof Mannheim und dem FCS.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigt sich „verwundert“ über die Aussage des Ministers, dass „Innwurf“ keinen gesamtgesellschaftlichen Mehrwert besitze. Nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz seien die positiven Wirkungen von Fanprojekten anerkannt und sollen in Kooperation mit DFL und DFB sogar noch stärker subventioniert werden, heißt es in einer Mitteilung der GdP. „Sozialpädagogische Fanprojekte sind daher wichtige Puzzlestücke zur Gewaltprävention zum Schutze unserer Einsatzkräfte bei Fußballspielen.“ Stefan Pauluhn, Fraktionschef der SPD im Saar-Landtag, wirft Bouillon Unkenntnis vor. Dieser habe anscheinend kein Bild davon, was „Innwurf“ täglich leiste. „Jeder Euro ist richtig und gut investiertes Geld“, sagt Pauluhn.

Die Saarbrücker Bundestagsabgeordnete Josephine Ortleb (SPD) sieht in Bouillons Forderung eine Abwertung der ehrenamtlichen Arbeit vieler Fans. Der SPD-Fraktionsvorsitzende der Saarbrücker Stadtratsfraktion, Mirco Bertucci, sagte, Fanprojekte seien unverzichtbar. Die CDU fordert er auf, Bouillon „endlich vom Platz zu nehmen“.

Auch der Linken-Landtagsabgeordnete Dennis Lander kritisiert Bouillon und fragt: „Wer soll verstehen, warum für Drohnen und anderes Spielzeug Geld da ist, für ein wichtiges Fan-Projekt aber nicht?“ „Innwurf“ habe in der Vergangenheit erheblich dazu beigetragen, dass es nicht deutlich schlimmere Auseinandersetzungen und Krawalle gegeben habe, teilt Lander mit.

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