| 21:18 Uhr

Fußball-Bundesliga
Unterschiedliche Reaktionen zur 50+1-Regel

Hannover. Dem deutschen Profifußball steht bei der Frage nach dem Umgang mit Investoren eine Zerreißprobe bevor. Die ersten Reaktionen auf die angekündigte Reform der 50+1-Regel machen unterschiedliche Sichtweisen deutlich. Und 96-Clubchef Martin Kind drückt aufs Tempo, weil er auch nach seinem überraschenden Strategie-Wechsel die Mehrheit beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 übernehmen will.

Kinds Anwalt Christoph Schickhardt sagte zu den möglichen Reformen, die Deutsche Fußball Liga (DFL) müsse nun „Jahn Regensburg und Bayern München unter einen Hut bringen“. Aber der „Prozess der Modernisierung ist nicht aufzuhalten“. Am Vortag hatte Kind völlig unerwartet bekanntgegeben, dass er seinen Antrag auf Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel bei der DFL ruhen lässt. Kind sagte gestern erstmals, dass er in den vergangenen 20 Jahren „46 Millionen Euro plus X“ in den Club investiert hatte.


Laut der 50+1-Regel müssen die Stammvereine der Bundesligisten die Mehrheit von 50 plus einer Stimme in den ausgelagerten Kapitalgesellschaften halten. Dadurch soll der Einfluss von Investoren begrenzt werden. Um die Regel und damit auch die Satzung zu verändern, ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit unter den 36 Proficlubs nötig. Einige Clubs wie der FC St. Pauli, der SC Freiburg und auch Borussia Dortmund haben sich bereits gegen eine Reform dieser nur in Deutschland praktizierten Begrenzung eines Investoren-Einflusses ausgesprochen. Die meisten Vereine signalisieren zumindest Gesprächsbereitschaft, wollen zum Teil aber grundsätzlich an der Regel festhalten.