Unter Sigmund ist der TV Bliesen plötzlich auf Titelkurs

Volleyball : Unter Sigmund plötzlich auf Titelkurs

Die Volleyballer des TV Bliesen führen die 3. Liga Süd an. Der neue Trainer kann sich einen Aufstieg in die 2. Liga durchaus vorstellen.

Besser hätte der Start in sein Trainer-Engagement beim Volleyball-Drittligisten TV Bliesen nicht verlaufen können: Vor sechs Wochen übernahm der eigentlich als Spieler verpflichtete Philipp Sigmund das Übungsleiter-Amt. Der 26-Jährige, der auch schon beim Ligakonkurrenten USC Konstanz Erfahrung als Spielertrainer sammelte, löste Michael Hefter ab, der wegen gestiegener beruflicher Belastungen nicht mehr weitermachen konnte.

In den vier Spielen unter der Regie von Sigmund gelangen vier Siege. Seit dem vergangenen Wochenende steht Bliesen an der Tabellenspitze der 3. Liga Süd. „Ich habe gehofft, dass es so gut läuft. Aber wirklich damit gerechnet habe ich nicht“, sagt Sigmund, der an der Universität in Kaiserslautern im Fachbereich Sportwissenschaft arbeitet.

Auch Bliesens sportlicher Leiter Gerd Rauch ist überrascht, wie perfekt das vor der Saison neu formierte Team schon harmoniert: „Ich wusste, dass wir gute Einzelspieler haben. Aber man weiß im Vorfeld halt nie, wie gut die Chemie im Team stimmt.“ Diese scheint zu stimmen. Zudem funktionieren die Abläufe zwischen den Mannschaftsteilen reibungslos. „Wir haben in den letzten Wochen extrem hart an der Teamtaktik gearbeitet. Der Erfolg gibt uns recht“, freut sich Sigmund.

Aber ist die Tabellenführung vor den beiden kommenden Heimspielen an diesem Samstag um 20 Uhr gegen den TV Waldgirmes und eine Woche danach gegen den USC Konstanz wirklich nur eine Momentaufnahme? Oder kann Bliesen diese bis zum Saisonende verteidigen? „Da können wir in zwei Monaten mal drüber reden“, sagt Sigmund: „Wir wollen aber natürlich bis zum Schluss vorne dabei bleiben. Dafür müssen wir aber weiter so perfekt arbeiten wie bisher.“

Der TV Bliesen muss sich allerdings schon sehr bald überlegen, ob er im Falle einer Meisterschaft in die 2. Liga aufsteigen will oder nicht. Denn der Verband schreibt vor, dass sich hierfür nur Vereine bewerben dürfen, die einen Vertreter zu einem Seminar schicken, wo die Anforderungen für die 2. Liga erläutert werden. Dieses findet Anfang 2020 statt.

Vor einigen Jahren war Matthias Pons von der sportlichen Leitung des Clubs bei diesem Seminar zu Gast. „Damals mehr aus Neugierde, weil wir wissen wollten, ob wir die Bedingungen für die 2. Liga erfüllen würden. Und das tun wir“, berichtet Rauch. Allerdings bräuchte Bliesen in der 2. Liga mehr Geld. „Nach meinen Berechnungen zwischen 25 000 und 30 000 Euro“, erklärt Rauch. Der Betrag setzt sich unter anderem aus höheren Reisekosten und teureren Abgaben an den Verband für Spieler-Lizenzen zusammen. „Wir müssen deshalb demnächst mit unseren Sponsoren sprechen“, sagt Rauch.

Ob ein Aufstieg für den TV Bliesen erstrebenswert wäre, hängt für den sportlichen Leiter vor allem von der Frage ab, ob das Team selbst hoch will. Hierzu stehen demnächst ebenfalls Gespräche an. Trainer Sigmund sagt: „Für mich wäre es reizvoll, in die 2. Liga zu gehen. Viele Spieler sehen das sicher genauso. Und ich denke, für die Region wäre das wahnsinnig toll.“ Der 26-Jährige schränkt aber ein: „Ich müsste erst mit meinem Arbeitgeber abklären, ob das geht. Zudem müsste ich noch den Trainer-A-Schein machen.“

Bliesens neuer Trainer Philipp Sigmund spricht während einer Auszeit mit seinen Spielern. Foto: B&K/Bonenberger/

Nicht nur Bliesens Drittliga-Team ist auf Erfolgskurs. Die zweite Mannschaft führt die Tabelle in der Verbandsliga an. Dort werden mehrere Talente ausgebildet, die schon beim Drittliga-Team mittrainieren. „Wenn ich wählen könnte, ob unsere erste oder unsere zweite Mannschaft aufsteigt, würde ich mich für die Zweite entscheiden“, erklärt Rauch: „Ihr Aufstieg in die Oberliga wäre für den Verein wichtiger, weil dann für die jungen Spieler der Sprung ins Drittliga-Team nicht mehr so groß wäre.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung