| 20:19 Uhr

DFB-Pokal
Union nimmt den FCS ernst

Die FCS-Fans hoffen auf die Pokalsensation.
Die FCS-Fans hoffen auf die Pokalsensation. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Der Fußball-Zweitligist will sich am Sonntag im DFB-Pokal beim 1. FC Saarbrücken nicht überraschen lassen. Patric Cordier

Der 26. Mai 2001 ging als einer der absoluten Höhepunkte in die Vereinsgeschichte von Union Berlin ein. Der damalige Fußball-Drittligist aus Köpenick stand im Finale des DFB-Vereinspokals dem FC Schalke 04 gegenüber. Vor 73 000 Zuschauern machte Schalke-Star Jörg Böhme zwei Tore für die Königsblauen, die „Eisernen“ wurden zum „Pokalsieger der Herzen“ – und durften, weil Schalke ja für die Champions League qualifiziert war, im Europapokal antreten.



Seither sind die Auftritte von Union im DFB-Pokal aber eher durchwachsen. Sieben Mal flog man seit 2001 in der ersten Runde raus. Kein Wunder also, dass Union-Trainer Jens Keller das Spiel beim 1. FC Saarbrücken (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky) sehr ernst nimmt. Geheimtraining unter der Woche, Vorbereitung mit den original Spielbällen des Saarbrücker Ausrüsters. „Wir sind auf dem Papier Favorit, aber müssen das erst auf dem Platz beweisen“, sagte Keller, „wir bereiten uns auf den FCS so vor wie auf jeden Zweitligisten.“

Kenner der Szene an der Alten Försterei gehen aber davon aus, dass der ehemalige Schalker Trainer einigen Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance geben wird. Das macht die Aufgabe für FCS-Trainer Dirk Lottner und seine Mannschaft nicht unbedingt einfacher. „Das macht es sogar schwerer, sie von den Namen her zu greifen“, sagt Lottner, der den Gegner hat beobachten lassen. Mit Jens Keller hat er gemeinsam in Köln gespielt, doch außer einer kurzen Textnachricht gab es bislang keinen Kontakt.

Das gilt auch für Oliver Oschkenat. Der FCS-Neuzugang vom HSV hat sich auf der linken Seite der Dreierkette bislang empfohlen. Sein Heimatverein ist aber Union. „Das ist natürlich etwas Besonderes“, sagt Oschkenat, „ein paar von den Jungs kenne ich noch. Ich freue mich wahnsinnig auf das Spiel.“ Das gilt auch für den Ex-Berliner Martin Dausch, der nach seiner Verletzung in der Vorbereitung seine Qualität bislang noch nicht über 90 Minuten abrufen konnte. „Ich bin ein Typ, der noch weiter Gas geben kann, auch wenn der Akku irgendwann leer ist“, sagt Dausch, „und wenn ich platt bin, haben wir sechs Leute auf der Bank, die darauf brennen reinzukommen.“

Neben dem verletzten Marwin Studtrucker wird auch Sascha Wenninger nicht zum Aufgebot gehören, den Verteidiger plagen muskuläre Probleme. Da im Pokal auch keine Rücksicht auf die U23-Regel genommen werden muss, rutschen voraussichtlich Alexandre Mendy und Markus Mendler in den Kader. „Wir haben gegen Union verschiedene Lösungsansätze, aber große Veränderungen sollte man bei uns jetzt nicht erwarten“, sagt Lottner zur personellen Ausrichtung. Taktisch könnte es gegen einen als überlegen einzustufenden Zweitligisten aber schon anders aussehen. Die Trainingsschwerpunkte in der Woche lagen im Verschieben des Defensiv-Verbunds und dem schnellen Umschaltspiel mit Torabschluss. „Wir treffen sicher auf keinen Gegner, den wir in der ersten halben Stunde abschießen und dann das Ergebnis verwalten“, sagt Lottner, „wir wollen aber klar die Schlagzahl bestinmmen.“



6800 Zuschauer sind für das Pokalspiel im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion zugelassen. „Wir haben bislang 5200 Karten verkauft. Knapp 1000 Gäste aus der Hauptstadt werden erwartet“, sagte Saarbrückens Sportdirektor Marcus Mann am Freitag, „die Tageskassen werden am Sonntag ab 13.30 Uhr geöffnet sein. Wir empfehlen eine frühzeitige Anreise.“