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Ungewohnte Glücksgefühle

Ungewohnte Glücksgefühle

Hannover hat sich mit einem überraschend deutlichen 4:0 (3:0)-Sieg gegen Ingolstadt Luft im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga verschafft. Michael Frontzeck dürfte seinen Trainerposten vorerst sicher haben.

Michael Frontzeck schwelgte lange nach dem Befreiungsschlag noch immer im ungewohnten Hochgefühl. "Es war wunderbar, sich in der 88. Minute mal auf die Bank setzen zu können", sagte der Trainer von Hannover 96 nach dem 4:0 (3:0)-Sieg am Samstag gegen den FC Ingolstadt: "Nichts konnte mehr passieren. Das habe ich in der Form in Hannover auch noch nicht erlebt." Schließlich war er in den vergangenen Wochen immer wieder als Top-Kandidat für die nächste Trainerentlassung genannt worden - und nach dem ein oder anderen Spiel auch kurz davor zu "fliegen". Nun dürfte vorerst Ruhe sein.

"Unser bester Auftritt"

Die Fans stimmten euphorisiert die ersten Weihnachtslieder an. Und auch die krisenerprobten 96-Profis mussten sich nach dem Gala-Auftritt erst einmal kneifen. "Wir hatten uns eigentlich auf ein schmutziges Spiel eingestellt", sagte Kapitän Christian Schulz: "Das war aber unser bester Auftritt in diesem Kalenderjahr." Wie wichtig der zweite Heimsieg der Saison für Hannover 96 war, lässt sich an der noch immer prekären Tabellensituation ablesen. Mit 14 Punkten nach 14 Spieltagen ist es für die Niedersachsen zu früh, erleichtert durchzuatmen. "Wir haben mit dem Mittelfeld der Tabelle noch nichts zu tun", erklärte Frontzeck, dessen Mannschaft furios losgelegt hatte. Der Führungstreffer durch Marcelo (5. Minute) kam für einige der 35 000 Zuschauer gar zu früh. Beim ersten Spiel in der heimischen Arena nach dem wegen einer Terror-Warnung abgesagten Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande am 17. November führten verschärfte Sicherheitskontrollen zu Schlangen vor dem Stadion. Die 96er sorgten durch die weiteren Treffer von Leon Andreasen (11. Minute), Kenan Karaman (24.) und Uffe Bech (85.) für klare Verhältnisse - und fühlen sich für den Endspurt im durchwachsenen Jahr 2015 gerüstet. "Schalke, Hoffenheim und Bayern - das ist ein schwieriges Programm", meinte der auffällig spielende Andreasen: "Aber jetzt können wir mit Optimismus an die Aufgaben herangehen."

Lehrstunde für Ingolstadt

Es sei eine "gewisse Entwicklung zu spüren", stellte Hannovers Torhüter Ron-Robert Zieler zufrieden fest, der von merkwürdig schläfrig wirkenden Gästen nicht geprüft wurde. "Wir waren in der Saison noch nie so unterlegen wie heute", stellte Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttl fest: "Wenn wir nicht alles abrufen, haben wir in der Liga nichts zu melden. Das war heute eine Lehrstunde für uns." Angesichts von 19 Punkten verfiel beim Aufsteiger aber niemand in Panik. Die Niederlage komme nicht völlig überraschend, erklärte Geschäftsführer Harald Gärtner: "Unser Ziel ist es, am Ende mit der Nasenspitze über dem Strich zu stehen. Es heute war ein Warnschuss zu rechten Zeit."