| 20:26 Uhr

2. Handball-Bundesliga
„Unfassbar gut“ für einen Letzten

Der Saarlouiser Torhüter Patrick Schulz fährt das rechte Bein hoch und hält den Siebenmeter von Arnor Gunnarsson vom Bergischen HC.
Der Saarlouiser Torhüter Patrick Schulz fährt das rechte Bein hoch und hält den Siebenmeter von Arnor Gunnarsson vom Bergischen HC. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Handball-Zweitliga-Schlusslicht HG Saarlouis unterliegt Spitzenreiter Bergischer HC. Von Sebastian Zenner

Von der großen Distanz in der Tabelle war am Freitagabend nicht viel zu sehen. Dennoch musste sich Handball-Zweitligaschlusslicht HG Saarlouis vor 1050 Zuschauern in der Stadtgartenhalle dem Klassenprimus Bergischer HC mit 24:28 (11:9) geschlagen geben. Dabei fehlten Yann Polydore (Adduktoren-Zerrung) und Darius Jonczyk (Erguss und Zyste im Knie) verletzungsbedingt. Nach dem 29:29 des EHV Aue gegen den Wilhelmshavener HV ist der Rückstand der Saarländer auf die Nichtabstiegszone auf sieben Punkte angewachsen.


„Das Spiel war sehr gut, die Jungs haben alles reingehauen und aufopferungsvoll gekämpft“, sagt HG-Trainer Philipp Kessler, „deshalb ist es umso bitterer, wenn in der heißen Phase alle wichtigen Entscheidungen von den Schiedsrichtern gegen uns gefällt werden. Wenn das nicht passiert, können wir dem BHC weiter die Probleme bereiten wie davor.“ Wenig Trost spendete laut Kessler die Einsicht des jungen Schiedsrichtergespanns in der Besprechung nach dem Spiel.

Saarlouis bestimmte den ersten Durchgang, führte phasenweise mit vier Toren Vorsprung, aber verpasste eine deutlichere Pausenführung als 11:9. 15 Minuten nach dem Wiederanpfiff egalisierte Milan Kotrc zum 20:20. In der Folge ließen bei der HG die Kräfte nach, und der BHC setzte sich entscheidend ab (28:22, 56.).



„Es waren wieder keine groben Schnitzer, sondern kleine Unkonzentriertheiten, die es am Ende aber ausmachen“, klagte HG-Kapitän Martin Murawski, „dazu kam die Leistung der Schiedsrichter. Um das Spiel mit einem Tor Vorsprung zu gewinnen, hätten wir im Spielverlauf fünf, sechs Tore besser sein müssen, um das auszugleichen.“ Mit 14 Paraden und zwei gehaltenen Siebenmetern hat Torwart Patrick Schulz seine Formkrise überwunden. Weil der zuletzt ebenfalls starke Darius Jonczyk nach wie vor pausieren muss, kommt dieser Trend gerade recht. „Das Zusammenspiel von Torhütern und Abwehr klappt wieder viel besser“, lobte Schulz auch seine Vorderleute, „außerdem halten wir das Tempo wieder höher. Dabei haben wir zwar auch die entscheidenden Fehler gemacht, was ärgerlich ist. Aber für einen Tabellenletzten spielen wir im Moment unfassbar gut.“

Das macht Hoffnung, Punkte in der B-Note sind im Handball allerdings nicht vorgesehen. „Wenn wir die Leistung von dem Freitagsspiel auf alle anderen Spiele übertragen würden, müsste uns nicht Angst und Bange sein“, fand Murawski. Dies muss der HG schnellstmöglich gelingen, um die mit jeder Niederlage schrumpfende Chance auf den Klassenverbleib am Leben zu halten.