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Und wieder droht Langeweile

Für Carlo Ancelotti ist der Meistertitel mit den Bayern Pflicht. Viele Fans befürchten, dass die Liga langweilig wird. Foto: Güttler/dpa
Für Carlo Ancelotti ist der Meistertitel mit den Bayern Pflicht. Viele Fans befürchten, dass die Liga langweilig wird. Foto: Güttler/dpa FOTO: Güttler/dpa
Köln. Heute wird mit der Begegnung Bayern München gegen Werder Bremen die 54. Bundesliga-Saison eingeläutet. Der Titelkampf scheint bereits entschieden. Nur der Kampf um Platz zwei verspricht Spannung. sid-Mitarbeiter Jürgen Zelustek

Ein neuer Maestro an der Seitenlinie von Bayern München, dazu die portugiesischen Europameister Renato Sanches (Bayern München) und Raphaël Guerreiro (Borussia Dortmund ) sowie Rückkehrer Mario Gomez (VfL Wolfsburg ): Viele prominente Neuzugänge hat die Fußball-Bundesliga in der Spielzeit 2016/17 noch nicht zu vermelden. Dennoch ist die Vorfreude auf die 54. Saison in der höchsten deutschen Spielklasse mal wieder riesengroß - auch beim neuen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti .


Kampf um Platz zwei erwartet

"Die Bundesliga steht auf der gleichen Stufe wie die englische Premier League und die spanische Primera Division", sagt der 57-jährige Italiener. Für Ancelotti ist der fünfte Meistertitel in Serie mit den Bayern Pflicht. Der Nachfolger von Pep Guardiola befürchtet aber im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen keine Langeweile an der Spitze. "Dafür ist die Konkurrenz zu stark", sagte er vor dem Saisoneröffnungsspiel heute Abend (20.30 Uhr/ARD) zwischen dem Titelverteidiger und Werder Bremen .

Spötter behaupten indes, dass der Kampf um Platz hinter dem FC Bayern viel spannender wird. Dass der Branchenführer aus München, der im Sommer den bisherigen BVB-Kapitän Mats Hummels für knapp 38 Millionen Euro an die Säbener Straße zurückgeholt hat, die Konkurrenz erneut frühzeitig abhängt, glaubt Karl-Heinz Rummenigge aber nicht. Der Münchner Vorstandsboss ist sicher, dass Borussia Dortmund Schritt halten kann. "Dortmund ist unser gefährlichster Gegner, aber auch Bayer Leverkusen hat eine sehr starke Mannschaft", sagt Rummenigge: "Ich glaube, dass die Liga viel bieten wird."

Das trifft wohl in erster Linie auf Dortmund zu, das nach den Abgängen von Hummels, Ilkay Gündogan (Manchester City ) und Henrich Mchitarjan (Manchester United ) kräftig investiert hat. Der BVB gab rund 110 Millionen Euro aus, davon alleine 52 Millionen für die Weltmeister Mario Götze (22 Millionen Euro), der von den Bayern zurückgeholt wurde, und André Schürrle (zuletzt VfL Wolfsburg /30 Millionen). BVB-Boss Hans-Joachim Watzke ist angriffslustig: "Wenn Bayern München irgendwann das Gefühl hat, sich eine Auszeit leisten zu können, dann möchten wir da sein."



Ähnliches gilt für Bayer Leverkusen , das nach Platz drei in der Vorsaison mit seinen Neuzugängen Kevin Volland, Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger vor allem den Abstand zum BVB verkürzen will. "18 Punkte Rückstand auf Dortmund war eindeutig zu viel", sagte Sportchef Rudi Völler , der hinter den Bayern und Dortmund in erster Linie Schalke 04 , Borussia Mönchengladbach und den VfL Wolfsburg als Konkurrenten um einen Champions-League-Platz betrachtet. Schalke scheint trotz des Verkaufs von Jung-Nationalspieler Leroy Sané (Manchester City ) unter seinem Trainer Markus Weinzierl gefestigter als zuletzt. Gladbach will nach dem Rekord-Transfer von Granit Xhaka (45 Millionen) zum FC Arsenal weiter im Konzert der Großen mitspielen, wie Sportchef Max Eberl verdeutlichte: "Ein internationaler Platz muss wieder unser Ziel sein."

Gomez fehlt am Samstag

Den strebt auch Wolfsburg nach dem enttäuschenden achten Platz der vergangenen Spielzeit an. "So eine Saison wollen wir nicht noch mal erleben", sagt VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs , der mit Nationalspieler Gomez einen Torjäger an Land gezogen hat. Am Samstag beim FC Augsburg ist der 31-Jährige aber noch nicht mit dabei. "Es wäre nicht der richtige Moment, ihn in die Spielbelastung zu bringen", sagte Trainer Dieter Hecking gestern. Gomez muss noch seine bei der EM erlittene Oberschenkel-Verletzung auskurieren.