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Und Lindsey Vonn ist doch zu schlagen

Und Lindsey Vonn ist doch zu schlagen

Viktoria Rebensburg ist neben Lindsey Vonn die Fahrerin der Stunde im alpinen Ski-Zirkus. Mit zwei Podestplätzen in Garmisch untermauert die Oberbayerin ihre Ansprüche im Gesamtweltcup.

Nach ihrem zweiten Rang im Super-G kam Viktoria Rebensburg aus dem Grinsen kaum noch heraus, beim Selfie auf dem Podium schäkerte sie neben Siegerin Lara Gut und Lindsey Vonn . Mit zwei Top-Drei-Plätzen hat die deutsche Vorzeige-Skirennfahrerin auch in Garmisch-Partenkirchen ihre starke Form untermauert und Lust gemacht auf den finalen Dreikampf um die Weltcup-Gesamtwertung.

Das Selbstvertrauen könnte bei der holprig in die Saison gestarteten Kreutherin inzwischen kaum größer sein - vor allem nach diesem Sonntag: Erstmals seit mehr als einem Jahr gelang es Rebensburg, vor Rekord-Frau Vonn zu bleiben. "Natürlich ist es schön, wenn man sieht, dass die Lindsey schlagbar ist", sagte Rebensburg, die 0,08 Sekunden Vorsprung auf Vonn ins Ziel rettete.

Dass es für die Zeit von Siegerin Gut nicht reichte - geschenkt. "15 Hundertstel ist nur ein Wimpernschlag, aber deshalb bin ich trotzdem sehr, sehr happy", resümierte die Riesenslalom-Olympiasiegerin von 2010. Nachdem ihr beim Heim-Weltcup noch nie ein vorderer Rang gelungen war, klappte es dank Platz drei in der Abfahrt am Samstag und der Steigerung 24 Stunden später gleich doppelt. "Ich hätte mir das nicht besser wünschen können."

Der Kampf um die große Kristallkugel wird zwischen den Fahrerinnen entschieden, die auch gestern in Garmisch ganz vorme waren. Vonn, die die Abfahrt am Samstag dominiert hatte, geht mit 87 Zählern Vorsprung auf Gut und 240 auf Rebensburg in die nächsten Rennen am Wochenende in Crans Montana.

Einig waren sich alle drei übrigens darin, jetzt noch nicht über Weltcup-Stände reden zu wollen. "Das ist etwas für die Medien", fand Vonn, bei der sich die Enttäuschung in Grenzen hielt, sowohl ihren 78. Weltcupsieg als auch den neunten Erfolg im zehnten Geschwindigkeits-Rennen der Saison verpasst zu haben. Dank Hündchen Lucy hatte die Rekordfrau im Pressezelt andere Sorgen - spätestens, als das Tier vor das Podium pinkelte.

Neben dem Superstar aus den USA ist Rebensburg die Fahrerin der Stunde. Fünf Podestplätze in zuletzt sechs Rennen - inklusive zwei Riesenslalom-Erfolgen - untermauern ihre bärenstarke Form. Dabei hatte zu Saisonbeginn noch kaum etwas geklappt bei der einzigen Weltklasse-Athletin im Deutschen Skiverband. Plätze weit jenseits der Top Drei waren die Regel. Dann fand sie vor Weihnachten die richtige Materialabstimmung und ist seither kaum zu bremsen.

Rebensburg soll ihr Podiums-Doppelpack am Fuß der Zugspitze Schwung geben für das Saisonfinale. "Ich mache einfach so weiter", sagte die zwölfmalige Weltcup-Siegerin, angesprochen auf den Dreikampf um die große Kristallkugel für die Gesamtsiegerin. "Ich versuche, das Beste rauszuholen - dann schauen wir, was rauskommt."