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Und jetzt die Bayern. . . "Ich mag solche spontanen Verrücktheiten"

Und jetzt die Bayern. . . "Ich mag solche spontanen Verrücktheiten"

Elversberg. Nein, das war kein glücklicher Sieg des Fußball-Regionalligisten SV Elversberg. Er war verdient. Und Bundesligist Hannover 96 hatte Glück, dass das DFB-Pokalspiel am vergangenen Samstag nicht schon nach 90 Minuten zu Gunsten der SVE entschieden wurde. Zum Beispiel als Faysal El Idrissi in der 27. Minute einen Freistoß aus 20 Metern nur Zentimeter übers 96-Tor zirkelte

Elversberg. Nein, das war kein glücklicher Sieg des Fußball-Regionalligisten SV Elversberg. Er war verdient. Und Bundesligist Hannover 96 hatte Glück, dass das DFB-Pokalspiel am vergangenen Samstag nicht schon nach 90 Minuten zu Gunsten der SVE entschieden wurde. Zum Beispiel als Faysal El Idrissi in der 27. Minute einen Freistoß aus 20 Metern nur Zentimeter übers 96-Tor zirkelte. Oder als Denis Omerbegovic in der 38. Minute aus zwölf Metern den Ball nicht richtig traf. Oder als Emre Güral den Anstoß zur zweiten Halbzeit zum Torschuss umfunktionierte und aus 45 Metern die Latte traf.Apropos Güral: Journalisten aus Hannover wunderten sich, dass so jemand in der vierten Liga spielt. Er machte mit der Abwehr des Erstligisten, was er wollte und sagte nach dem 5:4-Sieg im Elfmeterschießen - nach der Verlängerung hatte es 0:0 gestanden: "Jetzt will ich die Bayern-Abwehr haben. Ich will wissen, was van Buyten und Demichelis drauf haben."

Während sich die Gäste kaum Torchancen erarbeiteten, war die SVE ab der 46. Minute die bessere Mannschaft. Allein Omerbegovic kam sechs Mal zum Torabschluss, verfehlte sein Ziel aber teils deutlich. In der 50. Minute hatten Marcus Fischer, Omerbegovic und Martin Willmann gar in vier Sekunden eine Dreifachchance. 2700 Fans waren aus dem Häuschen, bejubelten fortan jede Szene.

Und Hannover? Die Ex-Nationalspieler Jan Schlaudraff und Mike Hanke etwa wurden ausgewechselt. 96-Trainer Mirko Slomka sagte: "Ich wollte gar nicht so früh auswechseln, habe aber gesehen, dass das so alles nichts bringt. Wir waren schlecht." Sein Gegenüber Günter Erhardt freute sich dagegen: "Wir haben 120 Minuten gegen einen Bundesligisten zu Null gespielt!" Doch in der 115. Minute hatte er durchpusten müssen. Mikael Forssell hatte die größte Chance der Gäste, schoss aber aus elf Metern übers Tor.

Fünf Minuten später stand er wieder elf Meter vor dem Tor. Nachdem Samir Kozarac für die SVE und Lars Stindel für 96 im Elfmeterschießen getroffen hatten, zimmerte Forssell den Ball erneut übers Tor. Acht Minuten später lief Ajdin Zeric an. In der 114. Minute eigens fürs mögliche Elfmeterschießen eingewechselt, behielt er die Nerven, verwandelte sicher und verhalf der SVE zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

"Das war ein Superspiel von uns, eine noch bessere Kulisse an der Kaiserlinde und ein großer Abend für den saarländischen Sport. Alles, was jetzt kommt, ist nur noch Zugabe", sagte SVE-Boss Frank Holzer.

Die Auslosung der 2. Runde ist am 21. August (live auf Sky).

Elversberg. Gestern um sieben Uhr morgens endete die Party der SV Elversberg in einem Saarbrücker Restaurant. Stürmer Marcus Fischer feierte mit 70 Gästen seinen 30. Geburtstag - und die Pokal-Sensation. Begonnen hatte die Party nach dem Spiel in der Kabine. "Als ich aus der Dusche kam, setzten mich zwei Spieler in einen Einkaufswagen. Wilko Risser schob mich wie bei einer Ehrenrunde durchs Stadion. Ich mag solche spontanen Verrücktheiten", sagte SVE-Neuzugang Fischer. Er lebte 13 Jahre in Lotte und spielte bei den Sportfreunden. Im ersten Saisonspiel ging's gegen den Ex-Club (1:1). Fischer wurde er von Lotte-Fans gefeiert. Normalerweise wird man als Ex-Spieler doch ausgepfiffen. "Nicht, wenn man sicher immer fair verhält und auf dem Platz alles gibt. Das vergessen Fans nicht", sagte Fischer. leh

Auf einen Blick

Fans von Hannover 96 haben während des Spiels bengalische Feuer im Gäste-Fanblock abgebrannt. Schiedsrichter Tobias Welz musste die Partie für drei Minuten unterbrechen. Etwa 60 Gäste-Fans legten sich nach dem Spiel mit der Polizei an. "Es wurde viel Pfefferspray eingesetzt und wir mussten zu Schlagstöcken greifen und Hunde einsetzen", sagte Polizei-Direktor Günter Kremer. Einige Fans und Polizisten seien leicht verletzt worden. Ins Krankenhaus musste niemand. leh