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Und jährlich lockt der heilige Rasen

Und jährlich lockt der heilige Rasen

London. Verkehrte Welt vor der 124. Auflage der All England Championships in Wimbledon: Nicht Thomas Haas und Rainer Schüttler oder der als Nummer 29 gesetzte Philipp Kohlschreiber sorgen vor dem heute startenden berühmtesten Rasenturnier der Tennis-Welt für Gesprächsstoff, sondern Andrea Petkovic

London. Verkehrte Welt vor der 124. Auflage der All England Championships in Wimbledon: Nicht Thomas Haas und Rainer Schüttler oder der als Nummer 29 gesetzte Philipp Kohlschreiber sorgen vor dem heute startenden berühmtesten Rasenturnier der Tennis-Welt für Gesprächsstoff, sondern Andrea Petkovic. Mit dem Finaleinzug in 's-Hertogenbosch hat sich die Darmstädterin optimal vorbereitet auf ihren ersten Auftritt auf dem Heiligen Rasen, bei dem sie aber in der zweiten Runde auf Titelverteidigerin Serena Williams treffen könnte."Mit den Besten mithalten" "Ich habe gesehen, dass ich mit den besten Spielerinnen mithalten kann", sagte die 22-Jährige nach dem mit 6:3, 3:6, 4:6 gegen die Belgierin Justine Henin verlorenen Endspiel beim Turnier in den Niederlanden. Gegen die Russin Anna Tschakwetadse will die Fed-Cup-Spielerin morgen auf jeden Fall bestehen und nicht wieder vier Matchbälle "vergeigen" wie jüngst bei den French Open gegen Swetlana Kuznetsova. Es birgt eine gewisse Ungerechtigkeit in sich, dass ausgerechnet die auf Rasen kaum zu bezwingende Serena Williams in der zweiten Runde auf Petkovic wartet. "Venus und ich gegen den Rest der Tour", tönte die jüngere der beiden Williams-Schwestern und unterstrich, dass ein neuerlicher "Sister Act" im Finale das einzige Ziel ist. Andrea Petkovic wird das kaum verhindern können. "Da fehlt mir noch was", weiß sie.Eines hat sie schon jetzt geschafft: Die zuletzt vielfach enttäuschenden deutschen Tennis-Damen sind durch ihren Erfolg in den Niederlanden in den Fokus gerückt. Auch Julia Görges, die heute gegen die Finalistin von 2007, Marion Bartoli aus Frankreich, startet, Angelique Kerber (gegen Sania Mirza aus Indien) und die nach langer Verletzungspause zurückgekehrte Anna-Lena Grönefeld wollen wieder auf sich aufmerksam machen. Die Wahl-Saarbrückerin Grönefeld erwartet die 18-jährige Amerikanerin Melanie Oudin. Kristina Barrois aus Urexweiler schlägt heute gegen die Ukrainerin Mariya Koryttsewa auf. Aufschlagen darf auch Nicolas Kiefer. Nach einer Leisten-Operation in der Weltrangliste bis auf Platz 184 durchgereicht, bekam der Hannoveraner eine Wildcard. "Die Auslosung hat mir mit David Ferrer einen schönen Brocken serviert. Doch ich gehe zuversichtlich an die Sache heran", sagte Kiefer, der am Tag nach dem Herren-Finale am 5. Juli 33 Jahre alt wird. Kiefer zählt wie Rainer Schüttler (34) zur Ü30-Fraktion der deutschen Tennisspieler. "Noch kann ich ja mit den Jungen mithalten. Aber irgendwann werde ich aufwachen und das Gefühl haben, das war's", sagte Schüttler, der heute auf Viktor Tursunow aus Russland trifft. Kollege Benjamin Becker aus Orscholz beginnt gegen den US-Amerikaner Ryan Sweeting.Spannendes Männer-FeldWährend bei den Frauen kein Weg an den Williams-Schwestern vorbeigeht, scheint das Feld bei den Männern spannender. Roger Federer schwächelt, hat seit den Australian Open keinen Titel gewonnen und Platz eins in der Weltrangliste an Rafael Nadal verloren. Und die Konkurrenz ist mit dem Schotten Andy Murray, dem Serben Novak Djokovic und Andy Roddick bärenstark. Der Amerikaner brennt auf Revanche für das legendäre 14:16 im letzten Satz des Vorjahresfinals gegen den Schweizer. dpa