| 21:14 Uhr

Überraschung zum Debüt?

Carsten Arriens gibt heute sein Debüt als Teamchef des Davis-Cup-Teams. Foto: Warmuth/dpa
Carsten Arriens gibt heute sein Debüt als Teamchef des Davis-Cup-Teams. Foto: Warmuth/dpa
Buenos Aires. Vamos - auf geht's! Mit neuem Chef und altbewährten Kräften will sich das deutsche Davis-Cup-Team auf dem heißen Sand von Buenos Aires aus dem Loch des Vorjahres buddeln

Buenos Aires. Vamos - auf geht's! Mit neuem Chef und altbewährten Kräften will sich das deutsche Davis-Cup-Team auf dem heißen Sand von Buenos Aires aus dem Loch des Vorjahres buddeln. Die Chancen auf den ersten Sieg in Argentinien stehen beim Kapitäns-Debüt von Carsten Arriens (ab 15 Uhr) gar nicht so schlecht: Die Gastgeber haben nach der Absage von Tennis-Star Juan Martin Del Potro, mäßigen Leistungen und Verletzungssorgen gehörigen Respekt vor Rückkehrer Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer.



Besonders ankommen wird es beim Erstrundenmatch im Estadio Mary Teran de Weiss auf Kohlschreiber. Beim 1:4 gegen Argentinien vor einem Jahr in Bamberg hatte seine krankheitsbedingte Absage zu langen Querelen und letztlich zum Rücktritt von Teamchef Patrik Kühnen nach einem Jahrzehnt geführt. Der Klassenverbleib gegen Australien gelang noch mühevoll ohne den nicht nominierten Kohlschreiber. Unter Arriens hat der 19. der Weltrangliste nun die Führungsrolle inne und soll morgen mit Christopher Kas auch im Doppel punkten.

"Wir würden uns natürlich wünschen, mit Erfolg Schlagzeilen zu machen", sagt der Augsburger, betont jedoch: "Wir sind Außenseiter." Mayer schätzt die Chancen im Vorfeld auf 50:50 ein, obwohl Tommy Haas nicht zusagen mochte und Philipp Petzschner nach seinem Muskelfaserriss fehlt. Beide waren vor einem Jahr in Bamberg dabei. "Wir haben kein schlechteres Team", stellt Arriens im Vergleich zu damals fest. Er hält den Ausgang für völlig offen.

Kohlschreiber präsentiert sich in der flimmernden Sommerhitze von Buenos Aires bisher stark. Bei einem Trainingsmatch am Mittwoch besiegte er Mayer klar, so dass der sonst so ruhige Bayreuther frustriert seinen Schläger demolierte.

Für die Deutschen spricht trotz sechs Niederlagen in bisher acht Vergleichen diesmal so manches. "Es ist sicher eine Schwächung, dass Del Potro nicht spielt", betont Kohlschreiber. Der Weltranglisten-Zwölfte Juan Mónaco schied bei den Australian Open zuletzt sofort aus. Kohlschreibers Bilanz gegen Mónaco ist ausgeglichen, gegen Carlos Berlocq und Horacio Zeballos positiv. Mayer gewann sogar fünf von sechs Partien gegen Mónaco und führt auch gegen Berlocq und Zeballos.



Altmeister David Nalbandian, aus Mayers Sicht vor einem Jahr der Matchwinner, wird erst im Doppel am Samstag erwartet, weil er wegen einer Blessur seit fünf Monaten kein offizielles Match gespielt hat. Der 31-Jährige lobt die deutschen Kontrahenten. Kohlschreibers Spiel sei auf Sand am gefährlichsten. Mayer sei zwar auf schnelleren Belägen noch besser, aber auch auf der roten Asche stark. dpa