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Überraschendes Aus: Saar-Pfalz Braves ziehen sich aus Profibereich zurück

Die Spieler der Saar-Pfalz Braves bedanken sich bei den Fans für die Unterstützung. Nun ist klar, dass es im Sportzentrum Homburg-Erbach keinen Bundesliga-Basketball mehr geben wird. Foto: Rolf Ruppenthal
Die Spieler der Saar-Pfalz Braves bedanken sich bei den Fans für die Unterstützung. Nun ist klar, dass es im Sportzentrum Homburg-Erbach keinen Bundesliga-Basketball mehr geben wird. Foto: Rolf Ruppenthal
Homburg. Paukenschlag bei den Saar-Pfalz Braves: Der Basketball-Zweitligist zieht sich komplett aus dem Profibereich zurück. "Leider haben uns am Montag und Dienstag zwei große Sponsoren mitgeteilt, dass sie ihr Sponsoring merklich reduzieren werden. Dadurch sind uns 40 000 bis 50 000 Euro weggebrochen Von SZ-Mitarbeiter Henning Jochum

Homburg. Paukenschlag bei den Saar-Pfalz Braves: Der Basketball-Zweitligist zieht sich komplett aus dem Profibereich zurück. "Leider haben uns am Montag und Dienstag zwei große Sponsoren mitgeteilt, dass sie ihr Sponsoring merklich reduzieren werden. Dadurch sind uns 40 000 bis 50 000 Euro weggebrochen. Wir haben uns dann mit der Geschäftsführung nochmals zusammengesetzt und sind zum Entschluss gekommen, dass es keinen Sinn mehr macht", erklärt Manager Stephan Seile das Ende der Saar-Pfalz Braves GmbH, welche sich in den kommenden Monaten auflösen wird.Namen bezüglich der Sponsoren wollte Seile nicht nennen, aber da Dr. Theiss Naturwaren GmbH zu Wochenbeginn als neuer Hauptsponsor der Fußballer des FC Homburg vorgestellt wurde, kann zumindest über einen der beiden spekuliert werden.


Die Schwierigkeiten der Braves waren seit Mitte April bekannt. Damals prüften die Saar-Pfälzer einen Rückzug aus der 2. Liga ProA. Doch alles schien sich zum Guten zu wenden. Am 9. Juni verkündete der Verein, trotz aller Probleme in der Saison 2012/13 erneut in der zweithöchsten deutschen Spielklasse an den Start zu gehen. Umso überraschender der jetzige Schritt. "Bis Montag hatten wir wirklich mit der ProA geplant. Wir hatten letzte Woche mit drei Trainern Verhandlungen geführt", stellt Seile klar, dass sie den Rückzug erst kurzfristig beschlossen.

Damit verliert die Stadt Homburg einen Profiverein, der im vergangenen Jahr im Durchschnitt 879 Zuschauer zu den Heimspielen ins Sportzentrum Erbach lockte. "Das ist schade und im sportlichen Bereich ein Verlust für die ganze Region", sagt Rüdiger Schneidewind, Beigeordneter der Stadt. Dass es den Basketballern nach ihrem Umzug vor dreieinhalb Jahren von Kaiserslautern ins Saarland an Akzeptanz fehlte, glaubt Schneidewind nicht: "Sie waren mittlerweile gut integriert, hatten ja beispielsweise auch viele Projekte an Schulen laufen. Auch die Zuschauerzahlen waren konstant."



Doch bei den Sponsoren war das Interesse offenbar nicht sonderlich ausgeprägt, weshalb die Geschäftsführer Michael Littig, Klaus Dienes und Jan-Christopher Kling immer noch das meiste Geld in den Verein steckten. "In der Summe reicht die Unterstützung einfach nicht aus. Man kann sich nicht nur auf die drei Herren aus Kaiserslautern verlassen", sagt Seile. Der 40-Jährige geht in die freie Wirtschaft. "Das steht bereits seit zwei Monaten fest und hat nichts mit der Entscheidung zu tun. Meine Nachfolge war schon geregelt. Ich war einfach an einem Punkt angekommen, wo ich etwas Neues anfangen wollte", erklärt Seile.

Geschäftsführer Michael Littig bleibt weiter beim BBV Saar-Pfalz aktiv, die schon zuvor mit Braves zusammengearbeitet hatten. Dort soll auch die Jugendarbeit fortgesetzt werden. Doch in Homburg wird es keine 2. Basketball-Bundesliga mehr geben - die Braves sind nun Geschichte.