| 20:35 Uhr

Hallen-DM der Leichtathleten
Über Dortmund nach Birmingham

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe vom LAZ Zweibrücken hat in diesem Jahr schon 5,88 Meter zu Buche stehen – so hoch sprang der 27-Jährige in der Halle nie zuvor.
Stabhochspringer Raphael Holzdeppe vom LAZ Zweibrücken hat in diesem Jahr schon 5,88 Meter zu Buche stehen – so hoch sprang der 27-Jährige in der Halle nie zuvor. FOTO: Uwe Anspach / dpa
Köln. Deutsche Leichtathleten kämpfen um Titel und die WM-Qualifikation. Aus dem Saarland starten neun Sportlerinnen und Sportler. Von Mark Weishaupt
Mark Weishaupt

Senkrechtstarterin Konstanze Klosterhalfen auf Rekordkurs, das Hürdensprint-Duo Cindy Roleder und Pamela Dutkiewicz gegen den Rest der Welt und Überflieger Raphael Holzdeppe auf dem Weg zu alter Stärke: Die deutschen Leichtathleten haben schon vor den deutschen Hallen-Meisterschaften in Dortmund reihenweise überzeugt. Nun geht es am Wochenende um die nationalen Titel – und den Feinschliff für den Saisonhöhepunkt unter dem Hallendach: die WM in Birmingham (1. bis 4. März).


Ein Höhepunkt der Titelkämpfe wird das Duell der beiden schnellen deutschen Hürdensprinterinnen Roleder und Dutkiewicz. Im vergangenen Jahr entthronte Dutkiewicz ihre Konkurrentin in 7,79 Sekunden – die beste Zeit einer Deutschen seit der Wiedervereinigung und die viertbeste überhaupt. Bei der Hallen-EM hatte dann Roleder wieder die Nase vorn und gewann den Titel, ehe sie verletzungsbedingt auf die Freiluft-Saison und die WM in London verzichten musste. Dutkiewicz holte dort Bronze. Nun sind beide wieder fit – und beeindruckten wieder mit schnellen Zeiten. Hinter den US-Sprinterinnen sind Dutkiewicz (7,83) und Roleder (7,84) die schnellsten Sprinterinnen in diesem Jahr. Nach Dortmund haben beide aber eine unterschiedliche Wettkampfplanung. Dutkiewicz verzichtet mit Blick auf die Freiluft-EM in Berlin im August auf die WM: „Mein Trainer ist definitiv dagegen. Dass ich überhaupt eine Hallensaison laufe, ist ein Kompromiss.“ Roleder will dagegen in Birmingham starten.

Überragend präsentierte sich bisher die deutsche Mittelstreckenhoffnung Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen). Über 1500 Meter verpasste sie den knapp 33 Jahre alten deutschen Hallenrekord um 36 Hundertstelsekunden. Im vergangenen Jahr holte sie Silber bei der Hallen-EM, nun winkt eine WM-Medaille. In Dortmund könnte sie allerdings über die 3000 Meter an den Start gehen.

Kurzzeitig pausieren musste zuletzt Stab-Artist Holzdeppe, der sich beim Meeting in Karlsruhe mit 5,88 Metern zum Medaillenfavoriten für Birmingham aufgeschwungen hatte. Die kleinere Pause sei aber nur „eine Vorsichtsmaßnahme“ gewesen, erklärte der 27-Jährige vom LAZ Zweibrücken. Für den Freiluft-Weltmeister von 2013 wird Birmingham eine Premiere: Eigentlich unvorstellbar, aber Holzdeppe nahm noch nie an einer Hallen-WM teil. „Ich habe auf jeden Fall gezeigt, dass ich wieder da bin“, sagte er dem Portal „leichtathletik.de“: „Ich glaube schon, dass es in Birmingham noch höher hinausgehen wird, vielleicht auch bei mir. Die 5,88 Meter werden sicherlich nicht für den Titelgewinn reichen.“

Dem zweimaligen Kugelstoß-Weltmeister David Storl (Leipzig) als auch dem Dreisprung-Europameister Max Heß (Chemnitz) fehlen noch die großen Weiten. Die Norm haben sie aber bereits im vergangenen Jahr erfüllt. Storl, der sich im vergangenen Jahr von seinem langjährigen Trainer Sven Lang getrennt hatte, laborierte zuletzt an Rückenproblemen und kam am Wochenende in Sassnitz auf 20,58 Meter. Heß absolvierte am vergangenen Wochenende in Chemnitz mit 16,68 Metern seinen Dreisprung-Einstand. An Hallen-Weltmeisterschaften hat der 21-Jährige gute Erinnerungen: Vor zwei Jahren schaffte er in Portland mit Silber seinen internationalen Durchbruch, im gleichen Jahr gewann er dann im Freien EM-Gold.



Der Saarländische Leichtathletik-Bund (SLB) ist mit neun Sportlerinnen und Sportlern vertreten. Legt man die Vorleistungen der Hallensaison zugrunde, dann dürfte Sprinter Thanusanth Balasubramaniam (LAZ Saar 05 Saarbrücken) die besten Karten auf eine vordere Platzierung haben – er hat mit 6,69 Sekunden über 60 Meter die drittbeste Zeit in Deutschland zu Buche stehen. Außerdem sind gemeldet: Michael Bryan (LC Rehlingen, 60 Meter), Robby Welsch (LAZ Saar 05 Saarbrücken, 60 Meter), Christian von Eitzen (LC Rehlingen, 800 Meter), Michelle Hering (LAZ Saar 05 Saarbrücken, 60 Meter), Luisa Valeske (LAZ Saar 05 Saarbrücken, 40 Meter), Joana Staub (LC Rehlingen, 800 und 1500 Meter), Hanna Schopper (TV St. Wendel, 60 Meter Hürden) und Michelle Weitzel (LAZ Saar 05 Saarbrücken, Weitsprung).